Schlossrued

Steuerfuss soll um vier Prozent steigen

Das Gemeindehaus von Schlossrued.

Das Gemeindehaus von Schlossrued.

Die Gemeindeversammlung stimmt am Freitag über eine Erhöhung des Steuerfusses um 4 Prozent auf 123 Prozent ab. Der Gemeindeammann Martin Goldenberger schliesst eine weitere Steuerfusserhöhung nicht aus.

Die Einwohnergemeinde Schlossrued muss ihren Steuerfuss erhöhen. Betrug er in diesem Jahr noch 119 Prozent, erhöht er sich im nächsten Jahr auf 123 Prozent. Vier Prozentpunkte soll er steigen, so sieht es das Budget 2016 vor. Trotzdem weist das Budget durch diese Massnahmen noch keine schwarzen Zahlen aus: Es rechnet mit einem Aufwandüberschuss von 766 244 Franken.

Auch das Rechnungsjahr 2014 schloss schon mit einem Defizit von etwas mehr als 600 000 Franken ab. Für das Jahr 2015 wurde jedoch ein Ertragsüberschuss von rund 96 000 Franken budgetiert. «Dabei handelt es sich allerdings um eine massive Fehleinschätzung», heisst es in der Botschaft zur Gemeindeversammlung. Gerechnet wird mit einem Defizit. «Dieses ist aufgrund hängiger Steuerverfahren, welche Korrekturen in der Veranlagung mit sich gebracht haben, zustande gekommen», sagt Gemeindeammann Martin Goldenberger. «Die Fälle haben sich angesammelt, wir haben diese im Budget zu wenig vorsichtig berücksichtigt.»

Hohe Abschreibungen

Auch im nächsten Jahr rechnet die Gemeinde mit einem ähnlichen Defizit wie schon im Jahr 2014. Gut 547 000 Franken sind buchhalterische Abschreibungen aufgrund des neuen Rechnungsmodells HRM2. Damit sind noch rund 218 000 Franken des Defizits beeinflussbar. Ein grosser Teil dieses Betrags machen die erhöhten Personalkosten in der Abteilung Finanzen und Steuern aus. «Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Jahr auch externe Unterstützung brauchen», so Goldenberger. Zudem fallen im nächsten Jahr die Kosten für die berufliche Grundbildung, welche die Schulgelder für die kantonalen und interkantonalen Berufsschulen betreffen, um 10 000 Franken höher aus. Auch das Jugendfest, das die Schule Schlossrued 2016 durchführt, und die Neueinfassung der Urnengräber belasten das Budget.

«Die finanzielle Lage der Einwohnergemeinde Schlossrued verschärft sich also anhaltend», heisst es weiter. «Der Kanton wollte einen noch höheren Steuerfuss. Doch wir waren der Meinung, dass zuerst alles rund ums HRM2 bereinigt werden muss», sagt Martin Goldenberger. «Wir wollten nicht auf Vorrat die Steuern raufsetzen. Es könnte deshalb aber sein, dass wir den Steuerfuss im nächsten Jahr nochmals erhöhen müssen.»

Die weiteren Traktanden:

An der Schlossrueder Gemeindeversammlung wird neben dem Budget 2016 auch noch darüber abgestimmt, ob die Finanzkommission künftig nur noch aus drei und nicht wie bisher aus fünf Mitgliedern bestehen soll (az vom 23. September). Dafür braucht es eine Teilrevision der Gemeindeordnung. Abstimmen werden die Schlossrueder zudem über einen Kredit von 54 000 Franken für die Sanierung einer Fremdwasseranfallstelle und über einen Kredit von 40 000 Franken für die Wasserversorgungserweiterung Husmatte. Weiter wird abgestimmt über einen Kredit für die Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeugs der Feuerwehr Rued. Auf der Traktandenliste stehen zudem zwei Kreditabrechnungen und die Anpassung des Abwasserreglements. (cwu)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1