Ein zentraler Satz zum Kölliker Legislaturprogramm, zum Leitbild, das bis 2034 ausgelegt ist, und zum Finanzplan bis 2023 findet sich im Schlusswort: «Der Gemeinderat ist sich im Klaren darüber – und zählt darauf –, dass zahlreiche Akteure das Leben und das Bild Köllikens prägen.» Konsequent konzentriert sich die Behörde denn auch im Fazit ihrer Auslegeordnung auf ihre Rolle als politische Exekutive. «Respekt vor der persönlichen Freiheit, Selbstbestimmung und Subsidiarität – die Eigenverantwortung vor staatliches Handeln zu stellen – sowie der Schutz der Privatsphäre sind uns wichtig.»

Die Papiere sind inhaltlich fein ziseliert – der Finanzplan (eine rollende Planung über 10 Jahre) transparent. Zu Letzterem die grundsätzliche Anmerkung, dass der Sollsteuerbetrag pro Einwohner in Kölliken recht tief ist. Aufgrund der Ressourcenlage wird es darum gehen, sich zu fokussieren. Künftig werden die Pflichtaufgaben eine höhere Priorität haben. Weiter ist eine verbesserte Steuerkraft der Gemeinde wünschbar. Das Ziel ist klar. «Der Steuerfuss soll gleichbleibend angesetzt und eine ausgeglichene Rechnung ermöglicht werden», heisst es in einer Medienmitteilung.

Prioritäten setzen

Dazu sagt Gemeindeammann Mario Schegner: «Prioritäten setzen.» So wurde der Dorfplatz nach einer Testplanung kurzfristig zurückgestellt. Auf der Einnahmeseite macht man sich Gedanken zur Bevölkerungsstruktur. «Ältere Einfamilienhausbesitzer – gute Steuerzahlerinnen und -zahler – finden in Kölliken keinen Alterssitz und ziehen weg.» Was Schegner so nicht gesagt hat, sich aber aus kantonalen Statistiken lesen lässt: Die Häuser werden, hypothekarisch hoch belastet, von jüngeren Familien übernommen. Wären da nicht die eher geringen Steuereinnahmen – eine gute Entwicklung. Aber die steigende Kinderzahl zwingt Kölliken auch zu Investitionen – eine weitere Kindergartenabteilung einzurichten. Diese dürfte laut Schülerprognose sehr rasch nicht mehr nötig sein. Entsprechend pragmatisch geht der Gemeinderat vor – die zusätzliche Abteilung zieht ins Gemeindehaus.

Die Arbeit sei interessant gewesen, sagt Schegner, «aber auch manchmal desillusionierend». In wichtigen Punkten musste erkannt werden, «dass es zur Lösung alle drei Ebenen des Staates braucht». Dies gelte insbesondere für die Auswirkungen der gesellschaftlichen und demografischen Veränderungen. «Von diesen ist Kölliken in den Bereichen Bildung, Soziales und Altersbetreuung massiv betroffen.»