Der aktuelle Steuerfuss der Gemeinde Schmiedrued-Walde beträgt 110 Prozent. Im nächsten Jahr soll er 115 Prozent betragen, so sieht es das Budget vor. Und trotzdem rechnet das Budget des nächsten Jahres wieder mit einem Aufwandüberschuss von 29 200 Franken. Das Defizit ist jedoch wesentlich kleiner als im Budget 2015: Damals war ein Aufwandüberschuss von rund 477 000 Franken budgetiert. «Zum besseren Budget 2016 trägt einerseits die Erhöhung des Steuerfusses bei und wesentlich auch der Finanzausgleich», sagt Finanzverwalter Enrico Spycher. «Wenn wir viel Finanzausgleich bekommen, haben wir unsere Finanzen einigermassen im Griff.» Der Finanzausgleich fällt fürs nächste Jahr rund 392 000 Franken höher aus.

Künftig wird es einen neuen kantonalen Finanzausgleich geben. Laut Gemeindeammann Marliese Loosli verspricht dieser nichts Gutes: «Für uns steuerschwache Gemeinde ist der neue Finanz- und Lastenausgleich schlimm. Wir brauchen künftig mehr Einnahmen.»

Die Steuerfusserhöhung bringt mehr Einnahmen und ist laut Enrico Spycher eine Massnahme, um dem immer noch budgetierten Defizit entgegenzuwirken. Jetzt habe man erstmals verlässliche Zahlen aus dem neuen Rechnungsmodell HRM2. «Wir haben bereits letztes Jahr in Aussicht gestellt, dass wir den Steuerfuss erhöhen müssen. Wir wollten aber zuerst die effektiven Zahlen aus HRM2 abwarten», so Spycher.

Vorsichtig budgetiert

Für das nächste Jahr soll der Steuerfuss um fünf Prozentpunkte angehoben werden. Ein Steuerprozent macht in Schmiedrued zwischen 13 000 und 15 000 Franken aus. «Ein Sozialfall mehr oder weniger macht zwischen 50 000 und 100 000 Franken aus», so Spycher. «Wir budgetieren immer vorsichtig, sodass wir auf alle Eventualitäten gefasst sind.» Deshalb rechnet das Budget ohne Einnahmen bei der Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen. Dies weil sie 2014 komplett eingebrochen sind und sich auch die bisherigen Steuereinnahmen 2015 auf tiefem Niveau befinden. Zugutekommen der Gemeinde die Entschädigungen aus dem Kiesabbau: In den Jahren 2014 und 2015 betrugen diese jeweils über 70 000 Franken und auch im nächsten Jahr könne mit Einnahmen auf diesem Niveau gerechnet werden.

Die Aussichten und Prognosen der auferlegten Kosten im Zusammenhang mit der Aufgabenerfüllung einer Gemeinde sähen nicht vielversprechend aus, heisst es in der Botschaft zur Gmeind. «Konkret ist der Handlungsspielraum im Gemeindebudget sehr eingeschränkt.» Marliese Loosli weist auf die Ausgaben hin, die auf die Gemeinde zukommen: Die Anschaffung von einem Tanklöschfahrzeug im 2016 und einem weiteren in vier bis fünf Jahren, Handlungsbedarf im alten Gemeindeverwaltungsgebäude und 25 Kilometer Strassen, die saniert und unterhalten werden müssen. «Wir können uns künftig nicht mehr alles leisten, respektive können froh sein, wenn wir noch alles, was wir müssen, bezahlen können», sagt sie.