Menziken
«Sternen»-Widerstand: Asyl-Petition für gerechte Verteilung lanciert

Menziken will die Asylunterkunft im Hotel-Restaurant «Sternen» nach wie vor nicht akzeptieren: Nun ist die Petition «Nein zur ungerechten Verteilung von Asylsuchenden» auf der Gemeinde-Website aufgeschaltet worden.

Rahel Plüss
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Menziken will sich nicht einfach damit abfinden, dass der Gasthof Sternen in eine Asylunterkunft mit 90 Plätzen umfunktioniert werden soll.

Menziken will sich nicht einfach damit abfinden, dass der Gasthof Sternen in eine Asylunterkunft mit 90 Plätzen umfunktioniert werden soll.

Pascal Meier

Menziken wehrt sich mit allen Mitteln gegen die neue Asylunterkunft im «Sternen». An der Infoveranstaltung vom Mittwoch - die auf Wunsch des Gemeinderats unter Ausschluss des Kantons stattfand - wurden erste Unterschriften gesammelt. Nun ist die Petition «Nein zur ungerechten Verteilung von Asylsuchenden» zuhanden des Regierungsrats auf der Website der Gemeinde aufgeschaltet.

Wer sie unterschreibt, stellt sich hinter die Forderung nach einer gleichmässig Zuweisung der Asylsuchenden auf die Gemeinden im Aargau, so sehe es das Gesetz nämlich vor, schreiben die Initianten.

So hat der Regionalsender Tele M1 über den Informationsanlass des Gemeinderates berichtet:

Weiter steht im Wortlaut: «Wir fordern Rücksichtnahme auf das Umfeld vor Ort (Verhältnis Ausländer/Schweizer). Wir fordern höhere Beiträge von Gemeinden an den Kanton, die ihrer Pflicht mit der Aufnahme von Asylsuchenden nicht nachkommen. Wir fordern eine kostendeckende Entschädigung vom Kanton an die Gemeinden, welche mehr als die Pflichtzahl von Asylsuchenden aufnehmen. Wir sind gegen eine Überbelastung einzelner Gemeinden. Wir sind gegen eine Überbelastung von strukturschwachen Randregionen.» Die Unterschriftensammlung dauert bis Ende Juni.

Die Petition ist eine private Bürgerinitiative, deckt sich aber zu hundert Prozent mit dem Anliegen des Gemeinderats, wie Gemeindeammann Annette Heuberger bestätigt. «Es ist in unserem Sinn, dass unser Begehren breit abgestützt wird.» Die Initianten der Petition, vier Menziker Einwohner, wollen «nicht Bettwil kopieren». Vielmehr gehe es ihnen darum, «ein effektives Zeichen nach Aarau zu schicken – auf die gleich disziplinierte und anständige Art und Weise, wie die Infoveranstaltung am Mittwoch abgelaufen ist», sagt Petitionär Christian Schweizer.

Wie viele Unterschriften schon zusammen gekommen sind, kann Schweizer noch nicht sagen. Trotzdem spricht der Initiant schon kurz nach der Lancierung voller Überzeugung von einem «äusserst positiven Echo». Die Unterschriftenbögen würden von Privatpersonen im ganzen Kanton gestreut. «Es ist unglaublich, woher überall wir Rückmeldungen erhalten».

Ob und in welcher Form noch spezielle Aktionen geplant sind, wissen die Initianten heute noch nicht. Im Moment laufe es so gut, dass es nicht nötig erscheine. Wie das nach Halbzeit der Unterschriftensammlung aussehe, werde man sehen.

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