Holziken
Statt Treibhäuser gibts Wohnraum für 200 neue Einwohner

Ammann Peter Lüscher sieht das Wachstum seines Dorfes nicht als Bedrohung, sondern als Chance. Deshalb freute er sich über den Spatenstich für die neue Überbauung, die der Gemeinde 80 neue Wohnungen bringen wird. Doch besteht da nicht die Gefahr, dass Holziken zum Schlafdorf wird?

Peter Weingartner
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Voller Tatendrang beim Spatenstich: Architekt Dieter Lämmlis Schaufelinhalt fliegt durch die Luft. Peter Weingartner

Voller Tatendrang beim Spatenstich: Architekt Dieter Lämmlis Schaufelinhalt fliegt durch die Luft. Peter Weingartner

Peter Weingartner

«Vielleicht kommt ja der neue Gemeindeammann aus dieser Überbauung, wer weiss?», sagt Holzikens aktueller Gemeindeammann Peter Lüscher. Was er damit sagen will: Er sieht dem Bevölkerungszuwachs positiv entgegen, sieht darin ein Potenzial, nicht nur an Steuerzahlern, sondern auch an Leuten, die im Dorf mitmachen wollen. Und dies, obwohl er sich bewusst ist, dass es primär die Autobahnnähe ist, die Leute nach Holziken zieht und nicht das Vereinsangebot: Arbeiten irgendwo – wohnen in Holziken.

Zurzeit hat Holziken 1300 Einwohner. Lüscher rechnet mittelfristig mit einem Zuwachs von 200 Personen. «Am Anfang werden es weniger sein», meint er, doch auch Doppelverdiener, denen Holziken als günstig gelegene Schlafgemeinde dient, hätten vielleicht einmal Kinder.

Einwendung gütlich geregelt

Ursprünglich hatte das Projekt auf einer Fläche von 10444 Quadratmetern 98 Wohnungen umfasst. Nun sind 80 Wohnungen geplant. Der Grund: Das Gebiet liegt in der dreigeschossigen Wohn- und Gewerbezone.

Ursprünglich hatte der Bauherr, die Firma Artemis Immobilien aus Aarburg, dank Arealüberbauungsbonus viergeschossig mit Attika-Wohnungen geplant. Die Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde kennt aber den Begriff Arealüberbauung nicht. Die Redimensionierung um ein Geschoss führte, so Lüscher, auch zur gütlichen Erledigung der einzigen Einwendung gegen das Vorhaben, das diesen Ortsteil prägen wird.

Entlang der Hauptstrasse Richtung Safenwil kommen vier, entlang der Bachstrasse Richtung Kölliken zwei Bauten zu stehen. 24 der 80 Wohnungen sind 21⁄2-, 38 31⁄2- und 18 41⁄2-Zimmer-Wohnungen.

Mit den 41⁄2-ZimmerWohnungen will man, so Artemis-Geschäftsführer Markus Dobnik, auch Familien-Mietwohnungen anbieten. Die Bewirtschaftung der Überbauung, dazu gehören auch Unterhalt und Umgebung, übernimmt die Firma selber.

In zwei Einstellhallen sind 107 Parkplätze untergebracht. In einer ersten Etappe werden die vier Bauten entlang der Strasse Richtung Safenwil erstellt. Mit dem Bau wird nächstes Jahr begonnen. Ab April 2018 sollen die ersten Wohnungen bezugsbereit sein.