Umbauarbeiten
Statt Knappen ziehen Gäste ins Schloss Rued ein

Neben dem Kongresszentrum sollen im Schloss Rued 9 Hotelzimmer entstehen.

Flurina Dünki
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Im ehemaligen Knappenhaus (Mitte) und dem Waschhaus (rechts) entstehen Gästezimmer neben dem Schloss Rued (links).

Im ehemaligen Knappenhaus (Mitte) und dem Waschhaus (rechts) entstehen Gästezimmer neben dem Schloss Rued (links).

Flurina Dünki

Die Umbauarbeiten auf Schloss Rued laufen auf Hochtouren. Im Schloss entsteht ein Kongresszentrum, nun soll auch sichergestellt werden, dass die Gäste gleich nebenan übernachten können. Im ehemaligen Knappenhaus und dem kleinen Waschhaus daneben sollen insgesamt neun Hotelzimmer entstehen. Das entsprechende Baugesuch liegt bis zum 30. Oktober öffentlich auf.

Als Hotelgäste im 2,75 Millionen Franken teuren Umbau sind nicht nur Kongressbesucher willkommen – die Zimmer mit Aussicht auf den Schlosshof oder das Ruedertal sollten einst von jedermann gebucht werden können. Verpflegt werden die Gäste im geplanten Frühstücksraum mit Cafébar.

Seit 2006 ist die Erowa AG Besitzerin von Schloss Rued und den dazugehörigen Gebäuden. Die Werkzeugfirma mit einem Standort in Reinach hatte das Wahrzeichen Schlossrueds aus dem 16. Jahrhundert bei einer Zwangsversteigerung erworben.

Zweites Baugesuch: Erleuchtetes Schloss

Die Frontfassade von Schloss Rued soll in Zukunft in hellem Licht erstrahlen. Ein zweites von Erowa eingereichtes Baugesuch beantragt die Installation einer Aussenanstrahlung in Form von zwei Beleuchtungskandelabern für 25'000 Franken.

Im Gesuch wird vorgeschlagen, das Schloss von Freitag bis Sonntag jeweils zwischen 21 Uhr und Mitternacht zu beleuchten. Weiter wird die Bewilligung für Zugangsbeleuchtung beantragt. Sie betrifft die Strasse zum Schloss, den Fussweg im Schlossbereich und den Gebäudeeingang. (fdu)

Zuvor hatte es über längere Zeit immer wieder den Besitzer gewechselt, beim Erwerb musste es dringend saniert werden. Am Schloss laufen derzeit die Umbauarbeiten in ein Kongresszentrum. Nach der Ablehnung einer Beschwerde im August sind diese nun auch nicht mehr von einem Baustopp bedroht.

Einst war Motel im Dorf geplant

Die Gemeinde ist erfreut über das jüngste Bauprojekt: «Wenn zum Kongresszentrum ein Hotelbetrieb geführt wird, ist das gut für Schloss-rued», sagt Gemeindeschreiber Peter Lüthy. Eine nahe Übernachtungsgelegenheit für Seminargäste gehört seit Beginn des Schloss-Umbaus zum Plan, wie Franca Furrer von Erowa sagt. Erst habe man an den Bau eines Motels im Dorf gedacht.

Im Knappenhaus war ursprünglich ein grösserer Seminarsaal geplant gewesen. Als dieser per Planänderung ins Schloss verlegt wurde, waren das Knappen- und Waschhaus frei für Zimmer.
Auf das Gesuch von Erowa hin stehen auch Knappen- und Waschhaus unter Denkmalschutz.

Eine Herausforderung für den Architekten Castor Huser und die kantonale Denkmalpflege, die dem Projekt beratend beisteht. «Die Sanitäranlagen in den Zimmern werden so eingebaut, dass sie möglichst wenig an historischer Substanz verletzen und nicht mit der Raumhülle verschmelzen.

Sie können wie Möbelstücke entfernt und die Löcher für die Installationsleitungen wieder geschlossen werden», sagt Jonas Kallenbach von der kantonalen Denkmalpflege. Die Küche wird in einem Verbindungsbau zwischen Knappen- und Waschhaus untergebracht.

Ein grosser Teil des Baubudgets muss aufgewendet werden, um «den länger vernachlässigten Gebäudeunterhalt aufzuholen, den Substanzerhalt zu gewährleisten und die Gebäude den Nutzungsansprüchen unserer Zeit anzupassen», wie Kallenbach sagt.

Neben der Erneuerung von Fassaden, Dach und Fenstern müssen gemäss Baugesuch auch einige Sünden ehemaliger Besitzer ausgemerzt werden. Diese montierten Bodenbeläge über alte Böden, zogen Trennwände auf und überdeckten das Riegelwerk mit Verputz, der jetzt wieder entfernt wird.