Muhen

Statt einer Asylunterkunft ist die «Waldeck» jetzt eine kleine Schule

Während die Schulanlage in Muhen saniert wird, drücken Kinder auswärts die Schulbank. Ins ehemalige Restaurant Waldeck sind Kindergärtler und Primarschüler eingezogen.

«Läck, isch das cool worde!», sagt eine Besucherin, als sie in den ehemaligen Saal des Restaurants Waldeck blickt. Da wird nicht mehr Lotto gespielt; da spielen und arbeiten die Kinder zweier Kindergärten. Aus der «Waldeck» ist eine kleine Schule geworden. Wo bis Ende 2015 der Tresen samt Zapfhahn stand, ist jetzt eine Schülergarderobe. Dies alles, weil Muhen derzeit seine Schule für 23 Millionen umfassend saniert, was auch Provisorien nötig macht. Am Samstag konnte das Provisorium in der «Waldeck» besichtigt werden.

Heimelige Kindergärten im Saal

«Wir konnten alles Mobiliar zügeln», sagt Schulpflegerin Patrizia Knechtli. Auch die Beleuchtung wurde übernommen. Im ehemaligen grossen Saal des Restaurants entstanden zwei heimelige Kindergärten. Auch die Bühne mit der Bäbi-Ecke gibt dem Raum Struktur. Die Holzböden wurden belassen, bloss abgeschliffen und neu behandelt, sagt Gemeindeammann Andreas Urech. Im strassenseitigen Säli hingegen wurden die Teppiche herausgerissen und durch einen Linoleum-Boden ersetzt. Zudem strich man die Decke weiss. Hier werden die 22 Erst- und Zweitklässler unterrichtet. Neu installiert wurden Lavabos in allen Schulzimmern. Im ehemaligen Restaurant sind Gruppenraum und Lehrerzimmer untergebracht.

Auch der Aussenraum wurde umgestaltet: Holzpfosten und ein Zaun grenzen den Pausenplatz zur Strasse hin ab. «Viermal täglich sorgt ein Verkehrsdienst dafür, dass Kinder gefahrlos die Strasse überqueren können», so Urech.

Schule statt Asylbewerber

Damit sind nun Kinder statt Asylbewerber in die «Waldeck» eingezogen. 2016 wollte der Kanton das Restaurant für eine Asylunterkunft mieten. Dagegen sammelte die IG Pro Muhen 1540 Unterschriften. Die Gemeinde – auf der Suche nach Schulraumprovisorien – erhielt stattdessen den Zuschlag: Sie hat das ganze Gebäude bis Ende 2019, wenn die Neubauten stehen sollten, gemietet. Für 130’000 Franken pro Jahr. Die Untervermietung des Obergeschosses – zwei Wohnungen plus einige Zimmer – entlastet die Gemeindekasse. Die Kosten für den Umbau sind laut Andreas Urech noch nicht abgerechnet. Er rechnet mit einem Betrag zwischen 100’000 und 150’000 Franken.

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