Zwei Künstler aus der Region gestalten heuer die Kunstausstellung, die jeweils als Klammer die Schöftler Woche umfasst: Ba Weber aus Kölliken und der Hirschthaler Roberto Montagnolo. Eröffnet wurde die 42. Ausgabe des 10-tägigen Kulturevents am Freitagabend traditionsgemäss im Von-May-Saal mit der Vernissage von «Kunst im Schloss». Noch bis Sonntag, 15. November, sind die Werke von Weber und Montagnolo zu sehen.

Illusion von Räumlichkeit

Ba Weber reduziert farbige Fotoaufnahmen auf schwarz-weisse Tuschlinien und -flächen. So entsteht aus einem bunten Tulpenstrauss ein Gemälde, das auf den ersten Blick beinahe abstrakt wirkt, beim genauen Hinschauen jedoch alle Feinheiten der Blüten erkennen lässt. «Ich muss mich immer entscheiden, welche Linie es braucht, damit die Blattform herauskommt», erklärte die Künstlerin. «Das ist fast wie das Lösen eines Rätsels und ich staune immer wieder selbst, welche Räumlichkeit aus den Flächen entsteht. Es gibt eine richtige Illusion von Tiefe.»

Die Bilder von Roberto Montagnolo bilden zu Ba Webers Tuschzeichnungen einen farbigen Kontrast. Er stellt Gemälde aus handgeschöpftem Papier aus, das mit kräftigen Acrylfarben bemalt ist. «Für mich ist das Papierschöpfen ein Ausgleich zu meinem Beruf in der Industrie», erklärte der Künstler. Dabei fasziniert ihn, dass er nicht nur auf glattes Papier malt, sondern bereits beim Schöpfen seine Ideen verwirklichen kann. Der Prozess benötigt aber viel Zeit, denn je nach Witterung dauert es mehrere Tage, bis das geschöpfte Papier trocken ist und das Resultat sichtbar wird. Sinnigerweise hat Roberto Montagnolo in den Neunzigerjahren an einem Kurs von Pro Schöftland, der Organisatorin der Schöftler Woche, die Kunst des Papierschöpfens erlernt.

Beide Künstler zeigen nicht nur Bilder, sondern auch Skulpturen. Roberto Montagnolo fertigt Objekte aus hochwertigem Edelstahl an, beispielsweise Feuersäulen. «Der Edelstahl und die präzisen Formen ergeben einen schönen Kontrast zum Papier», meinte der Hirschthaler. Ba Weber bearbeitet Speckstein, Marmor und Holz, alle Skulpturen entstehen ausschliesslich in Handarbeit. «Ich gehe meist ohne Idee an die Werkstoffe heran, das Material führt selbst, die Muster und Strukturen kommen beim Schleifen heraus.»

Die Werke von «Kunst im Schloss» können werktags während der Bürozeiten sowie am Wochenende besichtigt werden. Am Sonntag, 15. November, 15 Uhr, beendet die Finissage nicht nur die Ausstellung, sondern auch die Schöftler Woche. Das übrige Programm kann unter www.proschoeftland.ch eingesehen werden. (SIH)