Schöftland
Startschuss für neues Megakino mit Hotel und Bar

«Cinema 8»-Betreiber Rolf Häfeli lud zum Spatenstich für seine Kinoerweiterung ein. Auf der Wiese vor dem heutigen Kino sollen ab nächstem Jahr fünf neue Kinosäle, ein Hotel, ein Restaurant, eine Bar und eine Bowlingbahn entstehen.

Aline Wüst
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Kinobetreiber Rolf Häfeli baggerte für sein Megakino.

Kinobetreiber Rolf Häfeli baggerte für sein Megakino.

Christoph Voellmy

Gestern ging ein Bubentraum in Erfüllung: Kinobetreiber Rolf Häfeli sass in einem Bagger. Den Steuerknüppel hielt er fest in der Hand und dann stach er dreimal eine Schaufel voller Erde aus der Wiese. Langsam aber bestimmt. Damit fiel der Startschuss für die Verfünffachung des bestehenden «Cinema 8». «Kommt da jetzt das Kino hinein», fragte seine Tochter Anouk (5) sichtlich beeindruckt von den Baggerfähigkeiten ihres Vaters und zeigte auf das Erdloch.

Für das Kino, das Rolf Häfeli bauen wird, braucht es allerdings etwas mehr Aushub als drei Baggerschaufeln. Auf der Wiese vor dem heutigen Kino sollen ab nächstem Jahr fünf neue Kinosäle, ein Hotel, ein Restaurant, eine Bar und eine Bowlingbahn entstehen. Rund 16 Millionen wird das Megakino kosten.

Lösung gefunden bei Einsprachen

Bereits vor ein paar Jahren wollte der «Cinema 8»-Betreiber ein solches Kino bauen. Damals ist er gescheitert –nicht zuletzt an den Einsprachen.

Einsprachen gab es auch diesmal. Allerdings betrafen sie nie das gesamte Projekt, wie Häfeli betont. Es seien diesmal vielmehr einzelne Aspekte gewesen, die Anlass für Diskussionen gaben. «Die Probleme konnten alle gelöst werden», sagt er.

Gestern fiel nach fünf Jahren Planung endlich der Startschuss. Bammel hat Häfeli keinen. Auch nicht, nachdem bekannt wurde, dass das Fun-Maxx im nahen Oftringen mit seinen insgesamt sechs Kinosälen im September versteigert wird. Das tangiere ihn nicht, sagt Häfeli. «Wenn ich Angst davor hätte, würde ich alt werden und nichts würde sich verändern.» Diese Einstellung teilt auch seine Frau Sandra.

«Das wird eine gute Geschichte»

In einer kurzen Ansprache sprach Häfeli Familienmitglieder, Freunde, Mitarbeiter der Gemeinde und dem Architekten seinen herzlichen Dank für die Unterstützung aus. «Das wird eine gute Geschichte. Ich hoffe sie steht unter einem guten Stern», sagte der Kinobetreiber.

Zumindest das bestehende «Cinema 8» ist bereits eine Erfolgsgeschichte. 1999 eröffnet, haben sich bereits 370 000 Menschen im Schöftler Kino einen Film angeschaut. Trotzdem: Will Häfeli überleben, muss er die Flucht nach vorne wagen. Aktuell könne er pro Jahr höchstens 80 verschiedene Filme zeigen. Weil es Vorgabe der Verleiher ist, einen Film mindestens zwei Wochen lang zu zeigen, verliert Häfeli Geld und Kunden, sobald ein Film floppt. Mit der Möglichkeit sechs Filme auf einmal zu zeigen, gehöre dieses Problem der Vergangenheit an, erklärt Häfeli.

Und weil gestern der erste Schultag war, verriet Häfelis Mutter Lisbeth noch eine Episode aus der Zeit, als Häfeli noch ein Abc-Schütze war: In einem Primarschul-Aufsatz über die beruflichen Wünsche habe ihr Sohn geschrieben: «Das Schönste wäre, wenn ich einmal ein eigenes Kino hätte.» Dieser Bubentraum hat sich gestern mit dem Baubeginn für das neue Megakino selber übertroffen.