Staffelbach
Staffelbacher Ammann: «Der Steuerfuss wird überbewertet»

Der Staffelbacher Gemeindeammann Max Hauri will das Thema Fusionen momentan ruhen lassen. Auch wenn sich dieses aus finanziellen Gründen aufdrängt. Im Interview erklärt er, wie ein Dorf auch mit höherem Steuersatz attraktiv bleiben kann.

Lilly-Anne Brugger
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Gemeindeammann Max Hauri bewirtschaftet einen Bauernhof. Chris Iseli

Gemeindeammann Max Hauri bewirtschaftet einen Bauernhof. Chris Iseli

In diesem Jahr sollen in Staffelbach verschiedene Baugebiete erschlossen werden. Heisst das, Staffelbach wird wachsen?

Max Hauri: Wenn es so läuft, wie geplant, wird Staffelbach vor allem im Oberfeld wachsen. Es sind dort einige Mehrfamilienhäuser geplant.

Mit wie vielen zusätzlichen Einwohnern rechnen Sie?

Das ist schwierig abzuschätzen. Wir gehen, da es im Oberfeld mehrere Wohneinheiten geben wird, von rund 100 Einwohnern in den nächsten zwei bis drei Jahren aus. Dann hätte Staffelbach rund 1150 Einwohner. Das wäre schon schön.

In einer kleinen Gemeinde ist es nicht einfach, die Behörden und Kommissionen zu besetzen. Haben Sie in Staffelbach genügend engagierte Lokalpolitiker?

Bis jetzt haben wir es immer geschafft, dass sich genügend Leute für die Ämter angemeldet haben. Die beiden politischen Parteien, die SVP und der Einwohnerring, sind ebenfalls bemüht, engagierte Bürger zu finden. Hoffen wir, dass es so bleibt. Freiwillige zu finden, wird nicht einfacher. Das wissen wir auch.

Im Herbst stehen die Gesamterneuerungswahlen an. Sind schon Vakanzen bekannt?

Offiziell sind noch keine Vakanzen bekannt. Gemeinderatsintern haben wir darüber diskutiert, das ist aber noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Sie selber werden nochmals kandidieren. Sie sind ja erst seit einem guten halben Jahr Ammann.

Ja, ich habe vor, nochmals zu kandidieren. Ich denke, man lässt sich nicht als Gemeindeammann wählen, wenn man nur ein gutes halbes Jahr im Amt bleiben will. Als ich zugesagt habe, als Gemeindeammann zu kandidieren, war ich mir bewusst, dass ich noch mindestens eine Amtsperiode anhänge.

Fusionen sind im Moment das Thema. Wie stehen Sie in Staffelbach dazu?

Das ist ein Dauerthema, nur schon aufgrund der finanziellen Situation der Gemeinden. Im Moment brennt das Thema aber nicht unter den Nägeln. Auch die Gemeindeammänner der umliegenden Gemeinden sprechen sich vor allem für Zusammenarbeit, nicht aber für Fusion aus. Solange die Stimmung so ist, hat es keinen Wert, Fusionsverhandlungen zu intensivieren. Ich denke, das Thema muss man jetzt etwas ruhen lassen.

Das heisst, Staffelbach kann sich die Eigenständigkeit leisten?

Wir werden uns die Eigenständigkeit leisten müssen, da sich im Moment keine optimale Lösung aufdrängt. Ich sehe keine Fusion, mit der man mehrere 100000 Franken sparen könnte. Deshalb gehe ich davon aus, dass sich Staffelbach in den nächsten Jahren auch weiterhin die Eigenständigkeit leisten wird. Das könnte aber auch schmerzhaft werden, weil wir deshalb eventuell die Steuern werden anpassen müssen – je nach Entwicklung der nächsten Jahre.

Für dieses Jahr rechnet Staffelbach mit einem Aufwandüberschuss. Umliegende Gemeinden haben jetzt schon teilweise deutlich tiefere Steuerfüsse. Sind Sie für Zuzüger nicht unattraktiv?

Wenn man die Attraktivitätsdiskussion auf den Steuerfuss runterbricht, dann ist Staffelbach sicher nicht die attraktivste Gemeinde. Aber ich glaube nicht, dass der Steuerfuss der einzige Grund ist, weshalb jemand nach Staffelbach zieht. Es ist wichtig, dass man die Schule im Dorf hat, zumindest die Primarschule. Und natürlich Einkaufsmöglichkeiten und eine Poststelle. Diese Punkte werden von Zuzügern genauso hoch bewertet wie der Steuerfuss. Manchmal denke ich, dass der Steuerfuss überbewertet wird. Was das Dorf ausserdem bietet, beispielsweise die Naturnähe, das ist genauso wichtig. Und das hat Staffelbach.

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