Fritz Kyburz schwärmt: «Wie in einem Märchen beginnt die Geschichte des Sportclubs. Die Mitglieder vermehrten sich und wurden immer zahlreicher.»

Heute zählt der Sportclub 800 Mitglieder, davon sind über 400 aktiv: als Aktive, Senioren, Juniorinnen. Als Schiedsrichter. Dresswäscher, Garderobenwart.

Wer dem Schöftler Sportclub einmal beigetreten ist, geht nicht mehr so schnell weg. So auch Roy Fischer. Seit Kindsbeinen spielt er Fussball, seit fünf Jahren ist er Präsident des Sportclubs. «Wir sind ein traditionsbewusster Verein», sagt er. «Der Grundgedanke des Fussballspiels hat überlebt und wird auch die nächsten 100 Jahre überleben.»

Vieles hätte Bestand im Sportclub. Seit Jahren bewege sich der Klub in der zweiten Liga interregional. «Entweder ganz vorne oder ganz hinten.» Tradition hat das Juniorenlager, das seit 40 Jahren durchgeführt wird oder das Hallenturnier. Kommunikation wird gross geschrieben beim Sportclub. «Hopp Schöftle» heisst die Klubzeitung, die seit vielen Jahren herauskommt; die Webseite wird regelmässig aktualisiert. «Wir wollen attraktiv bleiben, so Fischer. «Die Ansprüche der Mitglieder haben sich geändert. Sie wollen wissen, was läuft.»

Aushängeschild im Suhrental

Die ersten Fussballspieler des Sportclubs trugen klobige Lederschuhe und rannten in schwarz-weiss gestreiften Hemden und knielangen Hosen dem Ball nach. Heute ist das anders: Die kleinsten Spieler haben bereits ihre Fussballidole – sie tragen T-Shirts von Alex Frei oder Marco Streller.

Die Ziele des Sportclubs indes haben sich in den 100 Jahren nicht verändert: die Freude am runden Ball und die Pflege des Vereinslebens. Der Sportclub sei, so Roy Fischer, als Mitglied der zweiten Liga interregional ein Aushängeschild im oberen Suhrental. «Dafür haben wir die richtige Infrastruktur und Organisation.» Der Fussballclub stelle die Jugendförderung vor den sportlichen Zielen.
«Wir machen dem FC Aarau keine Konkurrenz», meint er schmunzelnd. «Uns ist es wichtig, dass die Jugendlichen etwas Sinnvolles tun.»

Doch kann der Club Fussball spielen, das zeigt die Geschichte: «Die Wunder-Elf» war der Cup-Schreck der Grossen, 1939 gelang ihr der Cuphit gegen den FC Basel, 1945 feierte sie den Aargauer Meister mit Aufstieg in die erste Liga. Auch das Frauenteam, bekannt als verschworene Gesellschaft, machte den Schöftler alle Ehre: 2010 gewann sie den Aargauer Cup.

Auch sonst kam es zu wichtigen und leicht skandalösen Begebenheiten im Sportclub. 1989 konnte der Sportclub endlich vom Acker im «Hügeli» auf die feudale Sportanlage «Rütimatten» wechseln. Mit der Niederlage gegen den FC Morbio schaffte es der Sportclub in die Schlagzeile der Presse. Und in den 30-Jahren ging der Club gar bankrott.