Menziken

Spitaldirektor nach Schliessung der Geburtenabteilung: «Das Spital Menziken ist ein stabiler Standort»

Spitaldirektor Daniel Schibler und die diplomierte Pflegefachfrau Alessandra Diaco in der Notfallstation des Spitals Menziken.

Spitaldirektor Daniel Schibler und die diplomierte Pflegefachfrau Alessandra Diaco in der Notfallstation des Spitals Menziken.

Daniel Schibler, der Direktor des Spitals Menziken, informierte über den Abschluss 2017 der Asana Gruppe AG. 85 Prozent der stationären Patienten kamen 2017 aus der Region aargauSüd.

Rückläufige ambulante sowie stationäre Fallzahlen (–4,5 bzw. –4 %), weniger Geburten (–2,3 %), rückläufige Auslastung im Langzeitpflegebereich. Der Betriebsaufwand ist um 4 Prozent gestiegen, der Ertrag um 3,2 Prozent gesunken. So präsentiert sich der Geschäftsabschluss 2017 des Asana Spital Menziken.

Diese Entwicklung zwingt das Unternehmen mit seinen rund 340 Angestellten zu Anpassungen und einer strategischen Neuausrichtung. Eine Massnahme war die Schliessung der Geburtenabteilung Ende April: Zwar war der Hauptgrund laut Spitalleitung das Nichtzustandekommen der Nachfolgeregelung für die austretende Gynäkologin. Jedoch führten auch die rückläufigen Geburtenzahlen zu diesem Entscheid.

Trotzdem ist Spitaldirektor Daniel Schibler überzeugt: «Das Spital Menziken ist ein stabiler Standort in der Region aargauSüd.» 85.1 Prozent der 3587 Patienten kamen im 2017 aus diesem Gebiet. Das Spital betrieb im vergangenen Jahr 118 Betten. «Menziken» will sich zum Gesundheitszentrum für die Region entwickeln und setzt auf eine starke Notfallabteilung. Dafür ist die Anschaffung eines Computertomografen geplant. Ausserdem wurden 2017 zwei neue Rettungsfahrzeuge angeschafft. Im Gebiet Wynen- und Suhrental sowie am westlichen Ufer des Hallwilersees und in der Gemeinde Pfeffikon leistet der Rettungsdienst jährlich 1500 Einsätze.

«Die weiter rückläufige Auslastung im Langzeitpflegebereich ist ein sich fortsetzender Trend», sagt Schibler. Der durchschnittliche Aufenthalt sei von vier bis fünf Jahren zu durchschnittlich einem Jahr gesunken. Patienten treten im Allgemeinen später ein und sterben schneller.

Um die chirurgische Grundversorgung zu stärken und die Fallzahlen wieder zu erhöhen, hat der Verwaltungsrat der Asana Gruppe AG 2017 entschieden, sowohl mit Belegärztinnen und Belegärzte als auch durch am Spital angestellte Chirurginnen und Chirurgen zusammenzuarbeiten. Dafür wurde eine Kooperation mit dem Spital Zofingen eingegangen und per Januar 2018 Stefan Wichmann, Oberarzt Chirurgie angestellt.

Positive Jahresbilanz

Wegen der vielen rückläufigen Zahlen erwirtschaftete die Asana Gruppe AG – die Spitäler Spital Menziken und Leuggern sowie das Altersheim Falkenstein und kleinere Beteiligungen – nur noch einen Mini-Gewinn von 1,3 Millionen Franken (Vorjahr 5,3 Millionen).

Nach 2016 publiziert die Gruppe das zweite Mal eine konsolidierte Rechnung nach Swiss GAAP FER (Schweizer Rechnungslegungsstandard), die nun Vergleichsdaten bietet. Die teils sinkenden Patientenzahlen sowie ein strukturell bedingt höherer Personalaufwand führten zum negativeren Resultat. «Trotz dem Rückschlag im finanziellen Ergebnis blicken wir den strategischen Herausforderungen der Zukunft mit Zuversicht entgegen», heisst es im Finanzbericht.

Herausfordernde Zukunft

«Die Asana Gruppe steht auf sehr soliden Beinen», sagte gestern Spitaldirektor Schibler. Die Spitalgruppe muss sich den verschiedenen Herausforderungen des Gesundheitswesens stellen. Zum einen gehört der Spardruck des Kantons Aargau dazu , zum anderen die Totalrevision des Spitalgesetzes mit der dazugehörenden Spitalliste 2020. Auch sind der wissenschaftliche Fortschritt sowie die Digitalisierung und der Datenschutz ein permanentes Thema.

Das Spital Menziken passt sich diesen Entwicklungen mit verschiedenen Massnahmen an. 2017 wurde etwa das Arbeitsmodell «Lean Hospital» eingeführt, was zu schlankeren Prozessen und mehr Patientenzeit führt. Dieses Konzept stammt ursprünglich von Toyota.

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