Spital Menziken
Spital Menziken stoppt Planung des Annexbaus

Ursprünglich sollte beim Spital Menziken noch dieses Jahr mit dem Annexbau begonnen werden. 2012 hätte er fertig sein sollen. Nun verzögert sich die Erweiterung um rund ein Jahr.

Sabine Kuster
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Zwei Tatsachen haben den Verwaltungsrat der Asana-Gruppe zum Handeln bewogen: die neue Spitalfinanzierung 2012 und der drohende Mangel an Hausärzten. «Kein Mensch weiss, wie viel Geld wir mit der neuen Spitalfinanzierung kriegen werden», sagt Verwaltungsratspräsident Martin Heiz. Unklar sei dies insbesondere für Investitionen und Amortisation der Infrastruktur. «Wir wollen aber ganz sicher sein, dass wir den Ausbau finanzieren können», so Heiz und deshalb habe man die Planung nun gestoppt.

Ein dreistöckiger Annexbau für einen erweiterten Notfallbereich hatte die Asana-Gruppe in Menziken geplant. Denn die Zahl der behandelten Patienten hatte dort in den letzten Jahren ständig zugenommen. Geplant war auch, den Zugang für Notfallpatienten besser von den Patienten für Therapien und Sprechstunden zu trennen.

Ursprünglich wollte man in Menziken noch dieses Jahr mit dem Annexbau beginnen. 2012 hätte er fertig sein sollen. Nun verzögert sich die Erweiterung laut Verwaltungsratspräsident Heiz um rund ein Jahr.

Hausärzte statt Notfallbereich

Wie der Um- und Anbau neu aussehen wird, ist noch unklar. Der Fokus der Asana-Gruppe liegt aber auf jeden Fall auf der Entlastung der Hausärzte. Denn so ungewiss ist, wie viel Geld die Spitäler künftig erhalten werden, so sicher ist, dass es in fünf Jahren schon zu wenige Hausärzte gibt. «Wir suchen ein neues Modell und sind in Kontakt mit den Hausärzten der Region», sagt Martin Heiz. Die Idee sei, im Spital Praxen einzurichten, die mit selbstständigen Hausärzten besetzt würden – bei Engpässen unterstützt von spitaleigenem Personal. Das Ziel des Unternehmens laut der Medienmitteilung: «Das Asana-Spital Menziken ist der stationäre Hausarzt der Region und unterstützt die ambulanten Praxen.» Weder eine Vermischung von ambulanter und stationärer Medizin sei dabei die Idee noch eine Konkurrenzsituation, sagt Spitaldirektor Martin T. Kwiatecki. «Wir wollen eine absolute Symbiose», so Kwiatecki.

Flexiblere Arbeitsbedingungen

Die Fokussierung auf Hausärzte ist nicht ganz uneigennützig: Denn auch so wird das Spital den Notfallbereich entlasten können: Viele Patienten, die in die Notaufnahme kommen, würden sich ohnehin besser (das heisst auch günstiger) beim Hausarzt behandeln lassen.

Aber fehlen die Hausärzte, die dann im Spital ihre Praxis haben, nicht anderswo? Ein Knackpunkt. Das Spital setzt darauf, mit attraktiveren Arbeitsplätzen gesamthaft mehr Hausärzte in die Region locken zu können. «Unter Fachleuten auch im Ausland ist man sich einig, dass Einzelkämpfer ein Auslaufmodell sind. Denn die Zukunft der Hausarztmedizin ist weiblich», sagt Kwiatecki. Besonders Frauen müssten die Möglichkeit haben, Teilzeit zu arbeiten, um Beruf und Kinder zu vereinen. «Engere und vernetzte Strukturen ermöglichen Vertretungen», so der Spitaldirektor.

Spitalfinanzierung 2012 abwarten

Wäre zum Hausarztmangel nicht noch die ungewisse Finanzierung gekommen, so hätte das Spital seinen Erweiterungsbau wohl einfach angepasst. So aber entschied sich der Verwaltungsrat für einen Marschhalt. Das neue Konzept soll 2012 abgeschlossen sein – also dann, wenn auch klar ist, wie viel Geld das Spital von der öffentlichen Hand erhält.