Unterkulm
Sozialdienst: Die Qualität stimmt nicht mehr

Der Gemeinderat Unterkulm verlangt an der Gemeindeversammlung vom 12.Mai den Ausstieg aus dem Sozialdienst des Bezirks Kulm. Die Qualität stimmt nicht mehr.

Peter Siegrist
Merken
Drucken
Teilen
Manuela Basso: «Leider fruchteten die Gespräche nicht.» Peter Siegrist

Manuela Basso: «Leider fruchteten die Gespräche nicht.» Peter Siegrist

Der Gemeindeverband mit Sitz in Zetzwil erfüllt für elf angeschlossene Gemeinden die Aufgaben im Sozial- und Vormundschaftswesen.

«Für die Gemeinde stimmt die Qualität der vom Sozialdienst erbrachten Dienstleistungen nicht mehr», sagt Gemeindeschreiber Beat Baumann. Die Verwaltung sei auf professionelle Grundlagen angewiesen, auf die laufende Begleitung und Nachbetreuung der aktuellen Fälle. Es könne nicht sein, dass die Gemeindeverwaltung einen stetig steigenden Mehraufwand habe, weil Unterlagen häufig den Anforderungen und Erwartungen nicht entsprächen.

Die Behörde schreibt: «Die ungenügenden Berechnungen der Unterstützungsbudgets hatten für die Gemeinde jeweilen direkte und erhebliche finanzielle Konsequenzen.» Gemeindekanzlei und Finanzverwaltung hätten, um finanzielle Schäden zu vermeiden, sämtliche Anträge überprüfen müssen. Weiter ortet die Behörde «Organisatorische Defizite».

Gemeinderätin und Ressortchefin Manuela Basso erklärt, dass der Gemeinderat interveniert und eine Verbesserung verlangt habe. «Leider fruchteten die Gespräche nicht», sagt Basso. Im September 2009 hat Unterkulm gegenüber dem Sozialdienst «eine schriftliche Abmahnung ausgesprochen.» Ein Jahr später, im September 2010, definierte und belegte die Behörde mit dem Vorstand des Sozialdienstes die bemängelten Punkte und setzte eine Frist zur Verbesserung bis Ende Februar 2011.

Unterkulm zieht Konsequenzen

Vorsorglich hat Unterkulm die Verbandsmitgliedschaft bereits im September 2010 gekündigt und die andern Gemeinden informiert.

«Nachdem wir bis Ende Februar keine Qualitätsverbesserung feststellten», erklärt Basso, «haben wir uns zum Ausstieg entschlossen.» Die Behörde habe sich diese Angelegenheit reiflich überlegt, ergänzt Baumann, «denn grundsätzlich steht Unterkulm zu regionalen Lösungen.» Die Gemeinde will neu die Sozialdienstaufgaben mit einem verbindlichen Leistungsauftrag an einen privaten Dienstleister auslagern.

Franziska Haltiner, die Stellenleiterin des Sozialdienstes, sagt in einer ersten Stellungnahme, sie hätten nach der vorsorglichen Kündigung von Unterkulm Massnahmen ergriffen: «Wir forderten von den elf Gemeinden Meldungen über Fehler oder Probleme ein.» Diese wären die Grundlage für eine Fehleranalyse gewesen. «Bis Ende Februar erhielten wir von keiner Gemeinde eine Mitteilung», sagt Haltiner.