Unterkulm
Sorge um Vekehrs-Kollaps am Böhlerknoten: Kanton prüft das Projekt nochmals

Der Regierungsrat findet den Böhlerkreisel in Unterkulm mit den Barrieren grundsätzlich richtig. Warum das Projekt trotzdem noch einmal geprüft wird.

Flurina Dünki
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Viele Wynentaler haben Angst, dass sich der Strassenverkehr durch den Böhlerknoten in den Stosszeiten kilometerweise staut, wenn bei jeder Bahndurchfahrt die Barriere runtergeht.

Viele Wynentaler haben Angst, dass sich der Strassenverkehr durch den Böhlerknoten in den Stosszeiten kilometerweise staut, wenn bei jeder Bahndurchfahrt die Barriere runtergeht.

Rahel Plüss

Die Besorgnis und die Verärgerung der Wynentaler über das Bauprojekt Böhlerknoten sind sehr gross. Die geplante WSB-Eigentrassierung in Unterkulm und der geplante Kreisel am Böhlerknoten haben heftige Reaktionen ausgelöst.

Eigentlich sollte das 22-Millionen-Bauvorhaben Probleme an der Kreuzung bereinigen und insbesondere die Situation der Fussgänger verbessern, die wegen der Bahn und den kreuzenden Autos einer doppelten Gefahr ausgesetzt sind.

Diverse Grossräte aus der Region unter der Führung des Reinacher Vizeammanns Bruno Rudolf (SVP) haben im Dezember als überparteiliche Gruppe einen Vorstoss eingereicht.

Unter anderem wollten sie vom Regierungsrat wissen, inwieweit die Gemeinde Unterkulm bei der Projektausarbeitung involviert war, welche Alternativen geprüft wurden und ob sich der Regierungsrat bewusst sei, dass «das vorgestellte Projekt mit den Barrieren in einem Verkehrs-Kollaps enden wird.»

In seiner gestrigen Antwort auf die Interpellation verteidigt der Regierungsrat weitgehend das vorliegende Projekt. Der interessanteste Punkt im Antwortschreiben steht jedoch nicht in einer der Antworten auf eine der sechs Fragen, sondern im Einführungsabschnitt.

Dort weist der Regierungsrat auf eine bereits terminierte Öffentlichkeits-Information hin, an der über das Ergebnis der Prüfung der 60 Einwendungen informiert würde und die Ende Februar stattfinden soll. Ende Februar? Das wäre bis kommenden Mittwoch. Wie Kantonsingenieur Rolf H. Meier der AZ präzisierte, kann nicht wie vorgesehen informiert werden.

«Wir haben beschlossen, dass wir zunächst noch gewisse planerische Grundlagen erarbeiten und prüfen wollen», so Meier. Dies würde realistischerweise etwa sechs bis acht Wochen dauern. Sobald die Grundlagen vorlägen, werde über den Informationsanlass informiert.

Den in der Interpellation angesprochene Verkehrs-Kollaps befürchten viele Wynentaler. Viele haben Angst, dass sich der Strassenverkehr in den Stosszeiten kilometerweise staut, wenn bei jeder Bahndurchfahrt die Barriere runtergeht.

In seiner Antwort versichert der Regierungsrat, dass der Verkehrsfluss mit den geplanten Barrieren vor den Kreiseleinfahrten nicht verschlechtere. Er verweist dabei auf eine Simulation, die zwecks Prüfung des Verkehrsflusses durchgeführt wurde.

Diese habe gezeigt, dass der Rückstau auch bei hoher Bahn-Durchfahrtsfrequenz zwischen den Barrierenschliesszeiten abgebaut werden könne. Auf die Frage, weshalb Fussgänger nicht mehr Beachtung fänden, verweist die Antwort auf das geplante Geländer zwischen Bahn und Gehweg. Eine Unterführung war aus Kostengründen verworfen worden.