Reinach

Sopranistin Sandra Werner setzt dem Konzert in Reinach einen Glanzpunkt auf

Archivbild vom Konzert vom 6. April in Schöftland.

Archivbild vom Konzert vom 6. April in Schöftland.

Die Camerata aargauSüd (früher unter dem Namen Orchesterverein Reinach) konzertierte gemeinsam mit dem Kirchenchor Effretikon unter der Leitung von David Reitz in der Reinacher Kirche.

Erfreulich viele Zuhörer wollten an diesem Konzert dabei sein, was am Ende eines prächtigen Herbstsonntags keine Selbstverständlichkeit ist. Zweifelsohne war die Begegnung mit der Sopranistin Sandra Werner der Höhepunkt des Abends.

Mit zwei Arien aus Opern von Giacomo Puccini (aus der selten aufgeführten Oper «Gianni Schicchi») und von Giuseppe Verdi (aus dem «Maskenball») begeisterte sie das Publikum.

Beide Stücke drehen sich um Sehnsucht und Tod, und die Solistin verlieh ihnen Tiefe und Innigkeit, zuverlässig unterstützt vom Orchester. Besonders hervorzuheben ist auch das von Eva Lehnherr sehr schön gestaltete Cello- Solo in Verdis Arie. Auch in Felix Mendelssohns Choralkantate «Wer nur den lieben Gott lässt walten» setzte die Sängerin in der dritten Strophe einen Glanzpunkt.

Chor mit zwiespältigen Eindruck

Der Kirchenchor Effretikon setzte sich mit geistlichen Werken von Mendelssohn und weltlichen, dem Abschied gewidmeten Werken von Robert Schumann auseinander. Dem rund dreissigköpfigen Ensemble fehlen die jüngeren Stimmen, vor allem in Tenor und im Bass.

Das führte mitunter zu einer Unausgewogenheit, und ab und zu übertönte das Orchester den Chor deutlich. Es gab durchaus auch schöne Momente, vor allem in Schumanns Opus 84, einem Lied, das den Abschied zelebriert.

Wie oft bei Liebhaberchören störte die allzu schweizerische Diktion. Trotzdem: man spürte die Freude der Sängerinnen und Sänger am gemeinsamen Musizieren, und das ist doch sehr viel wert – wenn sie auch in Mendelssohns bereits erwähnter Choralkantate an die Grenze ihrer Möglichkeiten gelangten.

Das Orchester mit neuem Namen

Camereta aargauSüd – ob es ein Zufall ist, dass sich der Orchesterverein Reinach fast zeitgleich mit dem Aargauer Symphonieorchester, das jetzt argovia philharmonic heisst, einen neuen Namen gab? Wie dem auch sei, die Zusammensetzung des Orchesters blieb weitgehend dieselbe, die engagierte Spielweise auch.

Es gab zwar gerade zu Beginn des Konzerts in den tiefen Streichern ein paar Ungereimtheiten. Ganz schön gelang die Bläserbegleitung in Schumanns Abschiedsgesang, während man in Schuberts Ouvertüre «im italienischen Stil», die zwar weitgehend sauber interpretiert wurde, die lockere und heitere Italianità etwas vermisste.

Dirigent David Reitz, der mit klarer Zeichengebung und motivierender Gestik leitete, musste hie und da eingreifen, damit alles zusammenblieb. Dennoch verdankte das Publikum die Darbietungen mit warmem Applaus, anerkennend, dass von der ersten Probe bis zum Konzertabend von den Musikerinnen und Musikern sehr viel geleistet worden war.

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