Menziken

Sogar Stalaktiten wachsen in den Badi-Katakomben

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Ein Augenschein zeigt: Die Sanierung des Schwimmbads ist überfällig. Doch dafür müssen die Stimmbürger eine grosse Summe in die Hand nehmen.

Dass an Wänden Farbe abblättert, mag ja noch angehen. Was aber im Untergrund des Hallenbads Menziken, in den Katakomben, wie Bademeister Christian Hess sagt, an offensichtlichen Schäden zu sehen ist, lässt einige Besucher des Tags der offenen Badi-Türe den Kopf schütteln.

Gemeinderat Hans Heinrich Leuzinger, Präsident der Planungskommission, will der Bevölkerung, aber auch den Behörden zeigen, wie es um den Zustand des 1971 eingeweihten Hallenbads bestellt ist. Auf dass die Gemeindeversammlung im November des Jahres Ja sage zu einer Sanierung und dem projektierten Ausbau mit entsprechendem Baukredit. Über Zahlen spricht er nicht am Samstag. Die Erdbebensicherheitsprüfung steht noch aus. Dass die 4,4 Millionen, von denen an der letzten Gemeindeversammlung die Rede war, mit Sicherheit nicht reichen werden, ist freilich klar. Damals wurde ein Projektierungskredit von 97 000 Franken bewilligt.

Marode Unterwelt

In einem Gang liegen Mauerteile am Boden. «Das sieht aus wie in einem hundertjährigen Luftschutzkeller», kommentiert Gemeinderat Ulrich Rindlisbacher. Aus dem Herren-WC tropft Wasser in die Katakomben. Regenwasser. Das komme vom Dach über das Fenster ins Gebäude und durchs Mauerwerk übers WC bis in die Unterwelt, sagt Hess. Allenthalben sind auch Spuren von Reparaturen zu sehen. Flickwerk, sagt Hess, und man kann nachvollziehen, was Leuzinger meint, wenn er sagt: «Die Reparaturkosten belaufen sich auf 100 000 Franken pro Jahr, Tendenz steigend.» Marode Anschlüsse, faulendes Mauerwerk und immer wieder Lecks, rostende Leitungen im Unterlagsboden. Ein Schutzblech schützt eine Steuerung vor Wassertropfen. An einer Stelle sind gar Stalaktiten, Tropfsteine, gewachsen.

Der Rundgang zeigt auch, was gut funktioniert, beispielsweise die Heizzentrale, die 2011 in Betrieb genommen wurde. Über Erdsonden, die 225 Meter tief reichen, holt man die Wärme. Thomas Peter von der Finanzkommission verweist auf die Stromeinsparungen. Allerdings rentiert die Anlage im Moment nicht wie erwartet, wegen der tiefen Öl- und Strompreise.

Dass auch im eigentlichen Hallenbad mit Nebenräumen wie Saunas, Solarien, WCs und Garderoben teilweise Sanierungsbedarf besteht, zeigt der Rundgang mit Hans Rudolf Trachsel, Präsident der Badikommission. Die Bodenplatten stammen zum Teil aus dem Jahr 1970. Hier, im sichtbaren Teil der Anlage, geht es darum, die Attraktivität der Badi zu steigern. So ist ein Eingang mit Ticketautomat und Drehtüre geplant: bessere Kontrolle, mehr personelle Ressourcen für die Betreuung der Gäste, auch der Cafeteria. In den Garderoben sollen die «mittelalterlichen» Gitterkästen durch geschlossene Kästen in verschiedenen Grössen ersetzt werden. Föhne werden aus dem Duschenbereich entfernt, Wickelmöglichkeiten geschaffen. In den Duschen solls neue Plättli geben. Das Hallenbad soll neu mit einer Folie ausgekleidet, das Sprungbrett aus Sicherheitsgründen etwas zurückgenommen werden.

Rutschbahn und Planschbecken

Gleichzeitig mit der Sanierung der bestehenden Anlage soll diese gemäss Planungskommission ausgebaut werden, und zwar zu Lasten der Aussenanlage. Eine Rutschbahn und ein Planschbecken für die Kleinen werden ins Hallenbad integriert. Das Zielpublikum hier: Familien mit Kindern.

Der Vorschlag der Planungskommission kommt nach den Ferien in den Gemeinderat. Im August soll über Details mit den konkreten Kosten informiert werden. Und an der Gemeindeversammlung im November kommt die Sache vors Volk. Hat der Stimmbürger eine Alternative? Hans Heinrich Leuzinger sieht keine. Rückbau? Verkauf? Saniert man nicht, wäre das der Attraktivität des Dorfes, dessen «Zentrum dahin lottert» sehr abträglich.

Immerhin besuchen in der Wintersaison rund 4500 Personen die Badi; im Sommer sind es je nach Wetter zwischen 12 500 und 21 500. Dazu kommen Schulen auch aus dem Luzernischen – Geuensee – am Morgen in die Badi, und am Nachmittag findem viele Kurse statt.

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