Rekord

So oft im Einsatz wie noch nie: Das hat die Repol aargauSüd beschäftigt

Das Korps der Regionalpolizei aargauSüd mit Chef Dieter Holliger (vorne Mitte) und Rottweilerhündin «Nayla vom Schwingerhuus».

Das Korps der Regionalpolizei aargauSüd mit Chef Dieter Holliger (vorne Mitte) und Rottweilerhündin «Nayla vom Schwingerhuus».

1336 Mal rückte die Repol aargauSüd aus – ein Rekord. Repol-Chef Dieter Holliger hält die Zahl für einen Ausreisser.

Sie hatte bereits am Neujahrsempfang in Reinach für Kopfschütteln gesorgt: Die Geschichte der 14-Jährigen, welche die Polizei rief und ihre Mutter anzeigte, weil diese ihr das Handy weggenommen hatte. Gemeindeammann Martin Heiz hatte sie bei seiner Ansprache zum Besten gegeben. Diese Geschichte gehört zu einer von 1336 Einsätzen, welche die Regionalpolizei aargauSüd im letzten Jahr geleistet hat.

1336 Einsätze, das sind so viele wie noch nie in der Geschichte der Repol aargauSüd, wie Repol-Chef Dieter Holliger in der eben veröffentlichten Jahresstatistik schreibt. 2018 waren es noch 1050 Einsätze, 2017 knapp 970. Insgesamt ist die Repol aargauSüd für 31'000 Einwohner zuständig. Das Korps umfasst zehn Männer und drei Frauen, zwei Aspiranten und zwei zivile Mitarbeiter. Sie teilen sich 1390 Stellenprozente. Verbandsgemeinden sind Reinach, Menziken, Burg, Beinwil am See, Birrwil, Leimbach, Zetzwil, Gontenschwil, Unterkulm, Oberkulm und Teufenthal.

Die meisten der 1336 Ausrückfälle betrafen Streit oder Drohung, Ruhestörungen, Tierfälle, psychisch auffällige oder alkoholisierte Problempersonen, Alarmeinsätze und subsidiäre Unterstützung der Kantonspolizei. Besorgniserregend sei die ungewöhnlich hohe Zahl nicht, sagt Holliger auf Nachfrage. «Sie zeigt keine Tendenz, sie ist vielmehr ein Ausreisser.»

  • Häusliche Gewalt: Diesen Bereich betrafen 111 Interventionen (Vorjahr 97). Das sind viele: «Nur eine Regionalpolizei im Kanton Aargau verzeichnet einen noch höheren Wert auf tausend Einwohner im Bereich der Häuslichen Gewalt», so Holliger. In vielen Fällen sei bei den Beteiligten Alkohol im Spiel gewesen; Auslöser für die Auseinandersetzungen seien meist finanzielle Probleme, Fremdbeziehungen, Eifersucht, kultureller Hintergrund und gegenteilige Erziehungsmassnahmen. Also auch beim Handy-Fall. «Wir müssen bei jedem Anruf ausrücken, die Meldung verifizieren und auch immer einen Bericht über den Einsatz schreiben», erklärt Holliger die Zahl. Nicht jede «häusliche Gewalt» sei auch tatsächlich häusliche Gewalt im Sinne von körperlicher Misshandlung. Und die steigenden Fallzahlen der Repol seien auch nicht der Beweis, dass es heute mehr solcher Vorfälle gebe als früher. «Heute liegt die Schwelle, uns zu alarmieren, einfach sehr viel niedriger», so Holliger. Dies aufgrund der höheren Sensibilität dank verstärkter Prävention.
  • Festnahmen / Vorführungen: 2019 nahm die Repol 29 (24) Personen fest, darunter zwei Einbrecher, denen einige Einbrüche in der Region nachgewiesen werden konnten. Gemäss Polizeichef Holliger ein «positives Highlight». Mit 66 (34) Fällen auffällig hoch fiel die Zahl der Einsätze aus, in denen psychisch auffällige Personen in eine Klinik oder zu einem Arzt gebracht werden mussten. Die Verdoppelung der Fälle innert eines Jahres sei mit Vorsicht zu geniessen, so Holliger. «Die Zahl schwankt stark und war die letzten beiden Jahre relativ tief. Mit 66 Fällen haben wir das Niveau von 2016.»
  • Einbrüche: Insbesondere Anfang und Ende Jahr patrouillierte die Repol täglich in Wohngebieten, um Dämmerungseinbrüche zu verhindern. «Unser Einzugsgebiet blieb von grösseren Seriendelikten verschont», so Holliger. «Es kam aber immer wieder zu vereinzelten Einbrüchen, im Geschäfts- wie auch im Wohnbereich.»
  • Hallwilersee: Seit 2013 geht die Repol gemeinsam mit den Hallwilersee-Rangern auf Patrouille. Dieses Jahr waren es 17 (25) Einsätze. Die Zahl der ausgestellten Bussen (hauptsächlich wegen Missachten von Leinenpflicht und allgemeinem Fahrverbot) war rückläufig; sie sank von 49 auf 40. «Unsere Präsenz scheint Wirkung zu zeigen», sagt Holliger. Grosses Thema im letzten Sommer: der Kaiman. «Auf den Kaiman wurden wir bei den Seepatrouillen immer wieder angesprochen.»
  • Geschwindigkeitskontrollen: Insgesamt kontrollierte die Repol bei 195 (178) Einsätzen rund 150600 (133000) Fahrzeuge. Zu schnell waren knapp 11000 (8900) oder sieben Prozent. In 178 (124) Fällen waren die Temposünder so schnell unterwegs (mehr als 15 km/h über dem erlaubten Tempo), dass sie verzeigt werden mussten. Den unrühmlichen Rekord hält ein Lenker, der innerorts mit 92 km/h auf der Hauptstrasse in Zetzwil geblitzt wurde.
  • Verkehrsbussen: 590 Mal büsste die Repol grobe Verstösse wie das Missachten von Rotlicht oder Verbotssignalen, das Telefonieren am Steuer oder das Nichttragen der Sicherheitsgurte. 2018 waren es noch 951 Bussen. Markant rückläufig war auch die Zahl ausgestellter Parkbussen: Sie sank von 1911 auf 1165.
  • Kinder und Jugendliche: Eine der Kernaufgaben der Repol: die Verkehrsinstruktion. Insgesamt wurde 677 (676) Kindergartenkindern und 341 (337) Erstklässlern Verkehrsunterricht erteilt. 352 (347) Schülerinnen und Schüler machten die Veloprüfung; die Erfolgsquote wird nicht genannt. Bei Lichtkontrollen im Dezember wurden 18 (16) Anzeigen an die Jugendanwaltschaft gemacht.

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