«Wenn wir für die Spielerinnen keinen Job finden, müssen wir sie wieder nach Hause schicken», sagte Franz Pelloli, Teamchef beim Frauenteam des SC Reinach, noch vor gut einem Monat (die az berichtete). Doch nun hat sich praktisch alles zum Guten gewendet.

Die slowakischen Nationalspielerinnen Martina Velickova und Petra Pravlikova kamen am 15. November in Reinach an – nach einer 14-stündigen Autofahrt aus der Slowakei. Sie kamen zum SC Reinach, um für die slowakische Nationalmannschaft fit zu bleiben, denn ihr eigener Klub ging bankrott.

In Reinach konnten sie gleich in eine Wohnung ziehen. Das war nicht selbstverständlich, denn Pelloli hegte auch nach dem Aufschalten von Inseraten wenig Hoffnung, dass sich jemand bei ihm meldet und eine Wohnung anbietet. Doch er hatte Glück: Eine Familie suchte Mieter für eine 2-Zimmer-Einliegerwohnung in einem Einfamilienhaus – befristet auf fünf Monate.

Klar, dass sich Pelloli sofort meldete und prompt die Wohnung erhielt. Nun wohnen die Slowakinnen gemeinsam in dieser Wohnung. «Sie sind beide sehr glücklich über die Wohnung», sagt der Teamverantwortliche des NLA-Teams.

Sponsoren bezahlen Taschengeld

Allerdings: Einen Job haben beide immer noch nicht. Darum sind private Sponsoren eingesprungen, die den zwei Slowakinnen ein minimales Taschengeld pro Monat bezahlen. «Es reicht gerade knapp, um die Kosten zu decken», sagt Pelloli. «Aber sie leben sehr bescheiden und einfach.»

Beide seien jetzt fleissig am Deutsch lernen. «Sie besuchen einen Intensivkurs und sprechen nach ein paar Wochen schon ein paar Brocken», sagt Pelloli.

Weil die beiden gerne in Reinach bleiben würden, wissen sie, dass Deutsch die Grundlage ist, um einen Job zu finden.

Im Team der Reinacherinnen haben sich die Slowakinnen gut eingelebt. Und sie trainieren gar mit der Drittliga-Mannschaft der Männer. «Die fallen da also gar nicht ab», erklärt Pelloli weiter.

Weil die Reinacherinnen auf diese Saison hin fünf Nationalspielerinnen verloren haben, sind Velickova und Pravlikova eine echte Verstärkung. Und das erst recht im Hinblick auf die drohenden Playouts.