Aufmerksam blättert sie durch den dicken Ordner. Marianne Studler schaut sich die farbigen Flugblätter an, die auf die Vorträge des Ökumenischen Morgentreffens hinweisen. Sie kann auf 15 Jahre zurückblicken, denn sie war eine von drei Frauen, die damals das Treffen gründeten. Seit 15 Jahren sucht sie nach geeigneten Themen für die Vorträge. «Es ist uns wichtig, dass die Themen nicht nur im Zusammenhang mit religiösen Fragen im engeren Sinn stehen, sondern, dass sie sich auch mit aktuellen Fragen aus dem Leben und dem Alltag befassen», sagt sie.

«Der Anlass soll ökumenisch sein», sagt Studler bestimmt. Egal ob katholisch oder reformiert, egal ob Mann oder Frau, jeder kann die Vorträge besuchen. Alle zwei Monate findet das Treffen statt, abwechselnd im reformierten Kirchgemeindehaus oder im katholischen Pfarreizentrum.

Auf die Dekoration kommt es an

Seit zehn Jahren ist auch Etelka Rüegger mit im Team und seit einem Jahr Cinzia Michel. Vorher haben weitere Frauen unterschiedlich lange mitgeholfen. Pro Morgen kann das Team im Schnitt 35 Gäste begrüssen. Worin begründet sich der konstante Erfolg? «Wir sind frei in der Auswahl der Themen und wir können hinter den Referenten stehen, so ist unsere Arbeit authentisch», sagt Rüegger.

Die drei Frauen sind der festen Überzeugung, dass auch die Atmosphäre im Raum dazu beitrage, dass die Leute immer wieder die Vorträge besuchen würden. Deswegen organisieren sie jeweils vor den Treffen eine Dekoration, die zum Vortragsthema passt. Und sie sind sich einig: «Wir wollen keine Blumen auf einer Serviette in der Tischmitte.» Die Dekorationen werden bei einer Sitzung besprochen, skizziert und dann werden die Aufgaben verteilt. So bildeten bei einem Vortrag einer Lyrikerin antike Bücher und eine rote Rose die Dekoration in der Tischmitte, auch Emmentalerkäse oder Glückskäferli waren schon Teil der Dekoration. Dazu gibt es jeweils ein kleines Frühstück.

Das Morgentreffen wird von den beiden Kirchgemeinden finanziell unterstützt. Damit die Unkosten gedeckt sind, wird eine Kollekte erhoben. Und so denken die drei Frauen bereits wieder ans Programm für das neue Jahr und an die Suche nach Themen mit Tiefgang. Und Marianne Studler sagt abschliessend: «Es gibt Leute, die gehen nicht in die Kirche, aber sie kommen zu uns.»