Teufenthal
Sie blieb in der Krise – jetzt übernimmt sie den Job als Schulleiterin

Cornelia Grossniklaus, seit acht Jahren Primarlehrerin in Teufenthal, ist die neue Schulleiterin. Sie will Probleme ansprechen.

Rahel Plüss
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Cornelia Grossniklaus, neue Schulleiterin Teufenthal: «Ich sehe die Krise des vergangenen Jahres als Riesenchance für einen guten Neustart.»

Cornelia Grossniklaus, neue Schulleiterin Teufenthal: «Ich sehe die Krise des vergangenen Jahres als Riesenchance für einen guten Neustart.»

Rahel Plüss

Mitte vergangenes Jahr kam es an der Schule Teufenthal zum Eklat. Die gesamte Schulpflege, die Schulleitung und fast die Hälfte der Lehrerschaft nahmen in der Folge den Hut. Mithilfe des Amtes für Bildung, Kultur und Sport BKS des Kantons Aargau und einer Mediation in Person des erfahrenen Schulleiters Walter Mächler, startete man auf wackligen Füssen ins Schuljahr 2014/15. Neue Lehrkräfte mussten gefunden, die Schulpflege neu konstituiert werden.

Das gelang, nicht zuletzt aufgrund der Erfahrung und des grossen Netzwerks von Walter Mächler, der die Schulleitung ad interim übernahm. Bereits Ende August war das neue dreiköpfige Schulpflegeteam gewählt und nahm motiviert seine Arbeit auf.

Jetzt ist auch die letzte Vakanz besetzt. Cornelia Grossniklaus, seit acht Jahren an der Schule Teufenthal als Primarlehrerin tätig, wurde als neue Schulleiterin gewählt. Sie übernimmt das Amt per 1. August in einem 45-Prozent-Pensum. Daneben wird die 31-Jährige als Fachlehrperson in einem Teilpensum weiterhin an der Schule Teufenthal tätig sein.

Konflikt zeitweise überfordernd

Cornelia Grossniklaus ist eine derjenigen Lehrkräfte, die trotz Krise geblieben sind. «Ich habe diese Schule immer als fortschrittlich und innovativ erlebt», sagt sie und fügt an: «Als Lehrperson habe ich mich hier stets wohl und respektiert gefühlt und habe mich immer weiter entwickeln können.» Genau dieses Gefühl wünsche sie sich auch für ihr Kollegium unter ihrer eigenen Führung. «Ich sehe die Krise als Riesenchance für einen guten Neustart.»

Dass das vergangene Jahr schwierig gewesen sei, daraus macht sie keinen Hehl. Der Konflikt sei schlimm, zeitweise überfordernd gewesen und es tue weh, dass gewisse Leute nicht mehr da seien. Sie habe die Schule Teufenthal aber immer auch als einen Ort erlebt, an dem man versucht habe, aus jeder Situation das Beste zu machen und daraus sei auch immer etwas Gutes entstanden.

Der Wunsch, Schulleiterin zu werden, hat schon lange in ihr geschlummert. Daraus hat sie nie ein Geheimnis gemacht. Bis anhin sei sie aber, nicht zuletzt wegen der Einführung des altersdurchmischen Lernens, mit Unterrichten und den diversen zusätzlichen Ämtern an der Schule gefordert genug gewesen. «Als ich jetzt aber die neue Schulpflege kennen lernen durfte und realisiert habe, dass die drei die gleiche Philosophie haben wie ich, ist für mich der richtige Zeitpunkt gekommen, mich zu bewerben.»

Der Doppelrolle bewusst

Die Lehrerschaft hat sie hinter sich. «Ich habe viele ernst gemeinte, positive Rückmeldungen erhalten», sagt Cornelia Grossniklaus. «Das ist eine gute Voraussetzung.» Die junge Lehrerin ist sich aber des Rollenwechsels und des Konfliktpotenzials, das die Situation in sich birgt, durchaus bewusst. Natürlich sei für beide Seiten noch nicht abschätzbar, wie sie in der Rolle als Schulleiterin funktionieren werde, aber «mein Kollegium kennt mich jetzt schon länger und weiss, wie ich in gewissen Situationen reagiere».

Das Wohlbefinden der Lehrpersonen und Schüler sei ihr Hauptanliegen. Daneben habe sie gerade aus der vergangenen Krise gelernt, dass eine klare Unterscheidung zwischen der strategischen und der operativen Führung unabdingbar sei. Es sei ganz wichtig, dass beide Seiten ihre Kompetenzbereiche einhielten, man aber trotzdem gemeinsam nach Lösungen suche. «Diesbezüglich habe ich bei der neuen Schulpflege ein sehr gutes Gefühl.»

Beide Seiten hätten sich zum Ziel gesetzt, gegenseitig konstruktiv kritisch zu sein, Probleme anzugehen und darüber zu reden, wenn sie entstehen, die Schule kooperativ zu führen und sich auch nicht zu scheuen, Hilfe vom BKS in Anspruch zu nehmen.