Teufenthal/Unterkulm
Seit Jahren ungenügend erschlossen: Jetzt soll eine Zufahrt die Industrie retten

Die Gemeinden befinden über den Planungskredit für eine gemeinsame Erschliessung des Industriegebiets Feldmatte und des ehemaligen Injecta-Areals.

Rahel Plüss
Merken
Drucken
Teilen
Das Unterkulmer Industriegebiet Feldmatte und das ehemalige Injecta-Areal (Bild) auf Teufenthaler Boden sind ungenügend erschlossen. Seit über zehn Jahren sucht man nach Lösungen.

Das Unterkulmer Industriegebiet Feldmatte und das ehemalige Injecta-Areal (Bild) auf Teufenthaler Boden sind ungenügend erschlossen. Seit über zehn Jahren sucht man nach Lösungen.

Chris Iseli

Es ist eine schier unendliche Geschichte: Das Unterkulmer Industriegebiet Feldmatte und das ehemalige Injecta-Areal auf Teufenthaler Boden sind ungenügend erschlossen. Seit über zehn Jahren sucht man nach Lösungen – zunächst jede Gemeinde für sich, jetzt gemeinsam.

Die Behörden sind sich einig: Die aktuelle Situation ist nicht nur verkehrstechnisch mühsam und gefährlich, sie hemmt auch jegliche Entwicklung auf dem gemeindeübergreifenden Industrieareal.

«Solange die Erschliessung nicht geregelt ist, will niemand investieren», sagt Reto Müller, Bauverwalter Region Kulm. Ausserdem macht jetzt auch der Kanton Druck, die letzten Baubewilligungen in der Unterkulmer Feldmatte hätten nur noch mit dem Versprechen zur Realisierung eines neuen Quartier-Anschlusses erteilt werden können, wie der Bauverwalter sagt.

Unterdessen liegt ein Erschliessungsplan vor, das Mitwirkungsverfahren und die öffentliche Auflage haben stattgefunden. Die vier eingegangenen Einwendungen sind noch pendent. Trotzdem wird jetzt der nächste Schritt in Angriff genommen: Beide Gemeinden beantragen ihren Stimmbürgern an der kommenden Gmeind einen Kredit für die Planung des Detailprojekts, des Beitragsplans sowie für die nächste Auflage.

Die Gesamtkosten hierfür werden auf 448 280 Franken geschätzt, die Gemeinde Unterkulm übernimmt 250 000 Franken, Teufenthal 200 000 Franken, sofern auch die jeweils andere Gemeinde zu ihrem Anteil Ja sagt.

Unterkulm leistet Obolus

Die Behörden beider Gemeinden sind guten Mutes, dass das Gärtchendenken, das gewisse Teile der Bevölkerung in der Vergangenheit an den Tag gelegt haben, jetzt ein Ende findet und «dass die Leute einsehen, dass das vorliegende Projekt die bestmögliche und preisgünstigste Lösung ist», wie der Unterkulmer Vizeammann Emil Huber sagt.

Unterkulm sei auch bereit, sofern Teufenthal Ja sage zum Projekt, einen Beitrag in Höhe von knapp 430 000 Franken an die Erschliessung der Teufenthaler Schmittengasse zu bezahlen – gewissermassen als Obolus für den Mehrverkehr, der dort entstehe.

«Es ist enorm wichtig, dass wir diese zusammenhängende Industriefläche gut nutzen können», so Vizeammann Emil Huber, «sonst wandern auch die letzten Betriebe ab und noch mehr Leute müssen pendeln.» Das ist auch dem Gemeindeverband aargauSüd impuls ein Anliegen.

Geschäftsführer Herbert Huber sagt: «Auch die Gemeinde Teufenthal profitiert von dieser Erschliessung, denn nur so kann sich das gesamte Areal entwickeln.» Deshalb würden sowohl der Gemeindeverband wie die Standortförderung Aargau die Erschliessung des Areals in Form von «Manpower» indirekt auch finanziell unterstützen.

Herbergekreisel nicht vor 2018

Voraussetzung für das Erschliessungsprojekt ist der Bau des Herbergekreisels in Teufenthal. Denn im Zuge des Kreiselprojekts und der damit verbundenen Sanierungen der Bahnübergänge wird auch die Einmündung der Schmittengasse in die Wynentalstrasse ausgebaut – Grundlage für eine sichere Zufahrt des Schwerverkehrs zu den Industriearealen.

Der Kanton hat heuer den dritten Anlauf genommen, das Kreisel-Vorhaben zu realisieren. Im Frühling lag die neue Version öffentlich auf. (die az berichtete). Aktuell sind noch zwei Einwendungen hängig, wie Sibylle Hunziker, Leiterin Sektion Strassen beim Kanton Aargau, sagt. Man gehe deshalb nicht von einem Baustart vor 2018 aus.

Wann kann denn das Erschliessungsprojekt Feldmatte/Kreuzmatt realisiert werden? Für Bauverwalter Reto Müller wäre die optimale Variante, «wenn nach dem Bau des Kreisels voraussichtlich im Jahr 2020 die weiterführenden Strassenprojekte gleich anschliessend realisiert werden könnten.»

Ob das gelingen kann, hängt nicht zuletzt von den kommenden Abstimmungen über die Planungskredite ab.