Für Safenwiler ist die alte Schmitte seit einiger Zeit ein Ärgernis: Das Haupthaus an der Köllikerstrasse verlottert zusehends. Rund um das Gebäude liegen Schutt, Dreck und Abfall. Ein Verbotsschild warnt Neugierige vor dem Betreten der Baustelle. Seit bald einem Jahr tut sich rund um die Liegenschaft an der Kantonsstrasse nichts mehr. Der Grund ist ein Abrissstopp, der aber nur für den Schopf gilt. «Der Umbau am Haupthaus ist davon nicht betroffen», sagt Safenwils Gemeindeammann Daniel Zünd.

Bis 1991 eine Schmiede

Im Untergeschoss des Hauptgebäudes war Huf-, Pflug- und Wagenschmied Hans Hunn bis zu seiner Pensionierung. Heute erinnert im Gebäude nichts mehr an das Handwerk. Nach Hunns Tod im Jahr 2005 war die Liegenschaft jahrelang vermietet. Seit sechs Jahren gehört die Parzelle einem privaten Investor aus Reinach. Der hatte zwar ein erstes Bauprojekt mit mehreren Wohnhäusern. Sein 2016 eingereichtes Baugesuch scheiterte unter anderem an Einwendungen.

Der neue Eigentümer wartete ab, weil da die Ungewissheit war, ob vis-à-vis ein Asylcontainerdorf entsteht. Das Departement Gesundheit und Soziales plante mit der Swiss Rental Domizil AG 75 Containereinheiten mit rund 90 Betten aufzustellen. Der Kanton zog sich im Juni 2016 aus dem Projekt zurück und die Swiss Rental Domizil AG ist seit Anfang 2018 aufgelöst.

Zurück auf die andere Strassenseite. Hier hat der «Schmitte»-Besitzer Anfang Februar 2017 ein neues Baugesuch eingereicht. Für den Umbau des bestehenden Wohnhauses sowie den Abriss des Nebenhauses gab es grünes Licht. Im April des letzten Jahres ging es los. An das Nebenhaus erinnert nur noch ein Schutthaufen, der unangetastet dort liegt. Am zweiten Abrisstag wurde ein Stopp verfügt. Dies, weil beim Schopf mehr abgebrochen wurde als bewilligt.

«Der Abriss- und Baustopp gilt aber nur für den Schopf», betont Markus Bühler, Safenwiler Bauverwalter. Obwohl der Gemeinderat den Bauherrn einige Male gebeten hat, das Areal aufzuräumen, passierte nichts. «Das wäre das Minimum, denn es sieht rund um die alte Schmitte wirklich unansehnlich aus», sagt Gemeindeammann Daniel Zünd.

Im Dezember fand das letzte Gespräch statt. Erfolglos. Der Bauschutt und ein schrottreifes Auto stehen immer noch dort. Rechtliche Schritte sind für Zünd jedoch kein Thema. «Es ist Sache des Bauherrn, das Areal zu räumen», betont der Ammann und meint: «Versprochen hat er es.»