Spital Menziken

«Sehr schlechtes Geschäftsjahr»: Warum die Verantwortlichen trotzdem optimistisch sind

Der neue Stolz des Spitals Menziken: der Computertomograph, neben dem Direktor Daniel Schibler steht.

Was die Veränderungen im Gesundheitswesen, etwa «ambulant vor stationär», für Auswirkungen haben können, zeigt exemplarisch der Geschäftsabschluss der Asana Gruppe AG, der unter anderem die beiden Spitäler Menziken und Leuggern angehören.

Der Abschluss war derart enttäuschend, dass die Gruppe erstmals die Ergebnisse der beiden Spitäler einzeln ausweist. Und da sieht es für Menziken nicht gut aus: «Wir hatten ein sehr schlechtes Geschäftsjahr», erklärt Direktor Daniel Schibler. Menziken fuhr einen Verlust von 2,2 Millionen Franken ein. In Leuggern gabs einen Gewinn von immerhin 0,6 Millionen Franken. Umsatzmässig ist Menziken hinter Leuggern zurückgefallen – und neu das kleinste Akutspital im Kanton. Die 320 Angestellten (196 Vollzeitstellen) erwirtschafteten einen Umsatz von 37,6 Millionen Franken. Im Verlaufe des Jahres sind etwa 12 Vollzeitstellen abgebaut worden – über die natürliche Fluktuation.

21 % mehr ambulante Patienten

Die Zahl der stationären Patienten ist um 11 Prozent auf 3198 zurückgegangen. Dafür stieg die Zahl der ambulanten Patienten um 21 Prozent auf 12 209. Und, was für die Rechnung sehr positiv ist, der Anteil der halbprivat versicherten Kunden nahm um einen Prozentpunkt auf 9,4 Prozent zu. Um vermehrt lukrative Patienten zu bekommen, hat das Spital Menziken dieses Jahr eine Privatabteilung eröffnet. Im 3. Stock in den 2016 renovierten Zimmern. Hier will man sich vor allem mit Mehrleistungen im Hotelleriebereich profilieren.

Die Spitalbetreiber haben mit einer Kapazitätsreduktion auf den Patientenrückgang reagiert. Statt 60 hat Menziken nur noch 40 Akut-Betten. Und auch das ins Spital integrierte Pflegeheim wurde redimensioniert: von 70 auf 56 Betten.

Ausbau der Chirurgie

Es ist im Spital Menziken aber nicht nur abgebaut worden. So ist man an einer Umstellung auf das Chefarztsystem im Bereich Chirurgie. Ein Facharzt ist seit Januar 2018 aktiv, ein Chefarzt soll am 1. Juli dazukommen. Das verursacht Anlaufkosten. Andererseits war die Einstellung der Geburtshilfe im letzten Frühling nicht ganz gratis. Aber sie wird, so steht es in der Medienmitteilung, langfristig zur Entlastung der Rechnung führen.

Eine Erfolgsgeschichte scheint der Anfang Mai in Betrieb genommene Computertomograph (CT) zu werden. «Das Spital Menziken hat ihn komplett selber finanziert», betonte Direktor Schibler.

Optimistisch betreffend Spitalliste

Äusserst positiv verläuft für das Spital Menziken das Verfahren betreffend Spitalliste 2020. «Wir haben vom Departement Gesundheit und Soziales (DGS) einen positiven Erstentscheid bekommen», erklärt Schibler. Entsprechend optimistisch ist er für den Regierungsratsentscheid, der im Juni fallen soll.

Und was den Geschäftsgang im neuen Jahr anbetrifft, sieht es auch besser aus. Die Kosteneinsparungen beginnen zu greifen. «Wir sind im Budget und im Moment gut unterwegs», sagt Schibler. Er betont: «Wir kosten die öffentliche Hand nicht mehr als jedes andere Spital.» Die Asana Gruppe, die im Grunde genommen eine Betriebsgesellschaft ist, gehört den beiden Spitalvereinen Leuggern und Wynen- und Seetal. Diese besitzen auch die Immobilien, die sie an die Gruppe vermieten. Rückwirkend auf den 1. Januar bekommt die Gruppe eine Holdingstruktur. Jedes der Spitäler wird eine eigen Aktiengesellschaft – was punkto Kooperationen neue Möglichkeiten eröffnet.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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