Reinach
SD-Grossrat René Kunz fordert eine Bürgerwehr in Reinach

René Kunz (SD) will, dass der Gemeinderat in Reinach eine Bürgerwehr einsetzt. Die Sicherheit der Bürger ist ein Thema, das den Grossrat schon länger beschäftigt, bereits 2011 hat er im Grossrat eine Interpellation zu diesem Thema eingereicht.

Aline Wüst
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Auf die Idee einer Bürgerwehr sei er gekommen, weil ihn immer wieder Leute auf die Sicherheit in Reinach ansprechen. «Viele Reinacher getrauen sich in der Nacht nicht mehr auf die Strasse», erzählt Kunz. Die Leute in der Schweiz hätten ein Menschenrecht auf Sicherheit. Das zu gewährleisten, sei Aufgabe der Polizei und der Gemeinde, so Kunz.
Die zunehmende Kriminalität, beinahe rund um die Uhr, sei für die Bevölkerung nicht mehr zumutbar, schreibt Kunz darum in einer Medienmitteilung. Das persönliche Sicherheitsgefühl gehe dadurch verloren. Da die Polizei nicht an jedem Ort im Aargau gleichzeitig sein könne, und über zu wenig personelle Ressourcen verfüge, sei der Einsatz von zivilen und unbewaffneten Ordnungshütern eine «von der Bevölkerung geschätzte Option».
Die Eishockey-Bürgerwehr
Mittels einer Petition fordert Kunz vom Gemeinderat die Einsetzung oder zumindest die Prüfung einer Bürgerwehr. «Oder soll die Bevölkerung das Zepter selbst in die Hand nehmen?», fragt er. Das sei nicht als Drohung zu verstehen. Im Gegenteil: Kunz will Selbstjustiz verhindern. Er wolle vorbeugen statt heilen. «Ich will nicht, dass Rambos mit Lederstiefeln patrouillieren», sagt er. Die Angehörigen der Bürgerwehr müssten vom Gemeinderat geprüft werden. Kunz würde sich zur Verfügung stellen. «Denkbar wären Angehörige eines Vereins, zum Beispiel Eishockeyspieler», sagt Kunz weiter. Nach den Festtagen will er mit seinem Komitee, das aus 15 Leuten bestehe, damit beginnen, Unterschriften für eine solche Bürgerwehr zu sammeln.
Gemeindeammann Martin Heiz ist nicht bekannt, dass Reinach ein besonders krimineller Ort sei. «Wir liegen abseits der Autobahnen, man kann nicht so gut flüchten.» Deshalb sei man von grösseren Raubzügen verschont geblieben, sagt Heiz. Man habe im Gemeinderat aber auch schon über das bestehende Modell diskutiert, bei dem unbewaffnete Angehörige des Zivilschutzes in den Quartieren patrouillieren. Wie beispielsweise in Teufenthal, Unterkulm und Oberkulm. Den Vorschlag von René Kunz werde man im Gemeinderat diskutieren, sagt Heiz.
Laut Regierungssprecher Peter Buri ist es Sache der Gemeinde, über die Einführung einer privaten, unbewaffneten Bürgerwehr zu befinden. Kantonale Instanzen kämen erst ins Spiel, wenn es um Waffentragbewilligungen, gewerblich betriebene Sicherheitstätigkeiten oder gesetzlich festgelegte Zuständigkeiten gehe - wie zum Beispiel bei Zivilschutzeinsätzen.