Menziken
Schwimmschüler ziehen das Hallenbad dem Hallwilersee vor

Petra Rogger übergibt ihre Schwimmschule nach 20 Jahren Tochter Tabea Ballmann. Im ersten Jahr unterrichtete sie 36 Schüler, heute sind es an die 400 Kinder und Erwachsene, die von einem ganzen Team betreut werden.

Barbara Vogt
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Petra Rogger (links) und Tabea Ballmann schwimmen gerne im Hallwilersee. Für den Fototermin gestern war es dafür aber doch zu frisch. Emanuel Freudiger

Petra Rogger (links) und Tabea Ballmann schwimmen gerne im Hallwilersee. Für den Fototermin gestern war es dafür aber doch zu frisch. Emanuel Freudiger

Petra Rogger war ein kleines Mädchen, als sie erstmals in einem Feuerwehrteich schwamm. Sie brachte es sich selbst bei, denn Schwimmschule gab es noch keine. Das Tauchen lernte sie bei ihrem Vater.

Inzwischen ist Petra Rogger 60 Jahre alt und hat vielen Menschen das Schwimmen beigebracht. 1994 gründete sie in Menziken ihre eigene Schwimmschule. Soeben das Rettungsbrevet erworben, suchte sie nach Möglichkeiten, sich im Wasser zu bewegen. «Es gab die Rettungsgesellschaft, die an Wettkämpfen teilnahm. Aber für Leute wie mich, die einfach gerne im Wasser sind, gab es keine Angebote.»

Sie absolvierte eine Ausbildung zur Fitnesschwimmleiterin. Wenig später stand sie im Badeanzug vor ihren ersten Kursteilnehmern im Hallenbad Menziken. «Ich war schrecklich nervös», erinnert sich die gelernte Eisenbetonzeichnerin lachend. Doch die Art, wie Petra Rogger ihre Schwimmstunden gestaltete, gefiel den Leuten:

Sie brachte ihnen verschiedene Techniken wie Crawl-, Brust- und Rückenschwimmen bei, liess sie aber auch mit Bällen, Schwimmbrettern und bunten Schläuchen im Wasser spielen. «Die Teilnehmer sollen ihren Spass haben, das war mein oberstes Ziel», sagt Petra Rogger. Deshalb gab sie ihrer Schwimmschule auch den Namen «Spass am Nass.»

Lieber drinnen als draussen

Die private Schwimmschule von Petra Rogger stiess auf Erfolg: Im ersten Jahr führte sie zwei Kurse mit 36 Teilnehmern durch. Heute belegen an die 400 Kinder und Erwachsene im Jahr Kurse für Schwimmen und Aquafit. Längst wird Petra Rogger beim Unterrichten von einem qualifiziertem Team unterstützt.

Die Kurse finden mittlerweile in der Badi Menziken und im Kantonsschulbad Beromünster statt. Petra Rogger bietet auch immer wieder Kurse im nahen Hallwilersee an, doch das scheuen die meisten Teilnehmer: «Sie bevorzugen den geschützten Rahmen im Hallenbad», sagt sie.

Sie war eine der ersten in der Region, die sich zur Aquafit-Trainerin ausbilden liess und Kurse im Wasser anbot. Insbesondere ältere Leute schätzten dieses Angebot, sagt sie. «Die Westen, die sie tragen, gibt ihnen Sicherheit und die Übungen sind gelenkschonendend.» Ausserdem, so sagt sie mit einem Augenzwinkern, blieben die Haare trocken.

Angst vor Wasser nehmen

Nach 20 Jahren hat Petra Rogger die Schwimmschule in diesem Herbst ihrer Tochter Tabea Ballmann übergeben. Nach wie vor gibt sie Kurse. Der Wechsel erfüllt Petra Rogger nicht mit Wehmut, sondern mit Freude: «Die Schwimmschule läuft gut und es ist schön, dass sie in Familienhänden bleibt.»

Tabea Ballmann (31) aus Burg half ihrer Mutter schon als Teenager und leitete Schwimmkurse. Während ihrer Ausbildung zur Arztgehilfin und Berufsmaturität habe sie das Schwimmen als schöne Abwechslung empfunden. Dann gründete Tabea Ballmann eine Familie, dabei konkretisierten sich die Pläne, die Schwimmschule zu übernehmen. Sie bildete sich im Kinderschwimm- und Aqua-Training sowie als Erwachsenenschwimmleiterin aus.

Wie ihre Mutter gestaltetet auch sie den Schwimmunterricht vielseitig. Es sei ihr wichtig, den Teilnehmern Sicherheit zu geben, insbesondere wenn jemand nicht gut oder gar nicht schwimmen könne. Viele Leute seien unsicher oder hätte Angst im Wasser unterzutauchen. Ein Schüler hat längst keine Angst mehr im Wasser: Er ist der Schwimmschule seit Beginn treu. Und will es auch weiterhin bleiben.

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