Schuld an der Verspätung sind Naturkräfte: Als man sich ans Ausbrechen der alten Böden und Wände machte, wurde bemerkt, dass die Statik des Gebäudes den heutigen Normen der Erdbebensicherheit nicht entspricht. Aus den Bauberichten vom Errichtungsjahr 1971, die als Berechnungsgrundlage für die Renovation dienten, war dies nicht hervorgegangen. «Hinzu kommt, dass sich Normen im Laufe der Zeit stetig ändern», sagt Gemeinderat und Planungskommissionspräsident Hans Heinrich Leuzinger (SVP).

Um den Vorschriften zu genügen, liess Bauleiter Thomas Weber Betonstützen (mit sogenannten Betonkrägen) anpassen, Beton-Wandscheiben und Stahlarmierungen einbauen. «So etwas kostet», sagt er. Trotzdem müsse man das Budget von 5 Millionen Franken nicht sprengen. Dies unter anderem auch, weil einige der an der Renovierung beteiligten Handwerker bessere Offerten gemacht haben, als in der Budgetierung vorgesehen war, wie Leuzinger sagt. «Die einzigen entstehenden Kosten werden die fehlenden Eintritte und die Personalkosten für den zusätzlichen Monat sein.»

Wasserpilz und Delfin

Neu soll das Hallenbad am 12. Januar eröffnet werden. Bis dann sollte auch das Bild des Menziker Künstlers Adolf Weber wieder an seinem alten Platz hängen. Passend zu Webers exotischen Fischen kommen die neuen Kacheln daher – sie sind nicht mehr braun, sondern blau, genauso wie der neue Boden und die Folie des Schwimmbeckens. Zahlen müssen die Badegäste in Zukunft mehr, Einheimische etwas weniger als Auswärtige. 700'000 Franken wird das jährliche Betriebskostendefizit künftig betragen (2016 betrug es 630'000 Franken). «Der Einzeleintritt wird künftig im Sommer 7 Franken, im Winter 8 Franken kosten, da wir im Winter mit dem Hallenbadbetrieb höhere Betriebskosten aufweisen», sagt Leuzinger. Auch die Preise der Monatsabos würden steigen. Die genauen Zahlen werden noch auf der Homepage kommuniziert, da der laufende Winterbetrieb durch die Bauverzögerung eine kürzere Periode aufweist. «Auf diese Art nehmen wir einen Teil der Mehrkosten per Verbraucherprinzip wieder ein, der Rest zahlt der Steuerzahler», sagt Leuzinger.

Marode und verrostet

Das renovierte Walzimatt lässt nirgends mehr Badewasser durch, wo es nicht hinsoll. Vor 47 Jahren wurde noch zu wenig darauf geachtet, wie Bauleiter Thomas Weber feststellen musste: «Das alte Becken wurde nur betoniert, da lief überall Wasser raus.» Im Wasseraufbereitungsraum seien sämtliche Leitungen verrostet gewesen. Böden und Wände waren morsch. «Etwas, was mich sehr gestört hat, war das Gefälle des alten Bodens», so Weber. Es sei in Richtung Garderoben abgefallen statt in Beckenrichtung, das Wasser am Boden sei also nicht ins Becken zurückgeflossen. Die Renovation sei aber auch bei einem solch schlechten Zustand viel billiger als ein Neubau. Ein solcher würde auf 20 Millionen Franken kommen, sagt Weber. Im neuen Bad bleibt das Wasser nicht nur im Becken, es kann auch doppelt so lange verwendet werden. In einem Spülwasserbecken wird es – wie heute üblich – nach einem Tag desinfiziert und erneut ins Becken gelassen, erst dann gelangt es in die Kanalisation.

Am 5. Januar dürfen die künftigen Schwimmer und Wasser-Rutscher am Tag der offenen Tür bereits einen Blick reinwerfen. Dann können die Unterwasserbeleuchtung und die 40-Meter-Rutsche mit ihren zwei Kurven bestaunt und für den Wonneproppen die Lieblingsecke im Planschbecken gesucht werden. Ob es die Elefantenrutsche, der Delfin oder der Wasserpilz sein wird?