Muhen
Schulkinder bauen Maschinen mit dem Künstler Paul Gugelmann

Stolz führten Kinder ihren Eltern die selber gebauten «Kunstmaschinen» vor. Mitte Februar verwandelte sich ein Schulzimmer für acht Tage in einen Werkraum, wo jede Klasse zwei Tage verbrachte.

Josua Bieler
Merken
Drucken
Teilen
Diese drei Mädchen zeigen stolz ihre Kunstwerke.
3 Bilder
Schulkinder bauen Maschinen mit Künstler Paul Gegelmann
Die Kinder zeigen stolz ihre selbst gestalteten Kunstmaschinen.

Diese drei Mädchen zeigen stolz ihre Kunstwerke.

BIE

Ungeduldig und sichtlich aufgeregt drängelten die Schulkinder der ersten und zweiten Primarklasse vor der Turnhalle der Schule Muhen. Endlich konnten sie ihren Müttern und Vätern zeigen, wovon sie während Tagen erzählt hatten. Die Klassenlehrerin Susanne Leuenberger öffnete die Türe und die Kinder stürzten in die Turnhalle. Kurz darauf folgten ihnen die Eltern.

Bevor die Kinder ihre Kunstwerke präsentierten, bedankten sie sich musikalisch bei Paul Gugelmann, dem Künstler aus Schönenwerd, der das Projekt möglich gemacht hatte. «De Herr Gugelmaa schafft mit eim Sageli, grad wie mir», beginnt das selbst gedichtete Lied. Gugelmann und sechs Helfer stellten den Klassen alle Werkzeuge zur Verfügung und halfen beim Bau der Maschinen. «Jetzt isch d`Maschine fertig, fertig, fertig, judihui!», so endet der Song.

Jede Maschine individuell gestaltet

Endlich durften die Kinder ihre Werke präsentieren. Alle Kinder hatten eine eigene Maschine gebaut, welche sie mit einer Kurbel in Betrieb setzen. Drehen sie an der Kurbel, dann dreht sich ein Holzstäbchen, das aus dem Gehäuse ragt. An dieses haben die Kinder eine individuelle Holzfigur geklebt: Tiere, Menschen oder gar Häuser drehen sich. Eine Schülerin hatte eine besonders originelle Idee: Wenn sie an ihrer Kurbel dreht, jagt eine Katze eine Maus ewig im Kreis.

An Kreativität hat es den Schülerinnen und Schüler nicht gefehlt. «Jede Maschine ist ein Unikat, unter den 88 Maschinen gibt es nicht ein gleiches Sujet», sagt Klassenlehrerin Susanne Leuenberger. Sie hatte Paul Gugelmann für die Mitarbeit an diesem Projekt angefragt. Bereits im November hatten sich die Primarschüler im Schulfach Realien mit Maschinen beschäftigt. D

abei kam Gugelmann ins Spiel, denn Leuenberger wusste, dass der 84-jährige Künstler in Schulklassen geht, «und mit den Kindern poetische Maschinen baut». Gugelmann sagte sofort zu und organisierte gleich sechs Helfer. Nur so sei es überhaupt möglich gewesen, mit 88 Kindern Maschinen zu bauen.

«Schönster Tag des Lebens»

Mitte Februar verwandelte sich ein Schulzimmer für acht Tage in einen Werkraum, wo jede Klasse zwei Tage verbrachte. Alle bauten fleissig an ihren Geräten, unterstützt von Gugelmann und seinen Helfern. «Es ist beachtlich, was diese Kinder geleistet haben, sie haben fast alles selber gemacht», so Gugelmann. Welches Objekt sich bei ihrer Maschine drehen soll, das hätten die Kinder selber entschieden.

Die Wunschbilder wurden zuerst auf ein Holzbrettchen gezeichnet. «Hier benötigten einige Kinder etwas Hilfe», so Gugelmann. Das Aussägen der Figuren mit der Laubsäge jedoch überliessen der Künstler und seine Helfer wiederum den Kindern.

«Den kleinen Künstlern hat es total Spass gemacht», sagt die Lehrerin Susanne Leuenberger. «Ein Kind sagte mir, diese Woche sei die schönste Woche ihres Lebens gewesen.» Leuenberger ist vom Wert dieser Spezialwoche überzeugt: «Sie wird allen in positiver Erinnerung bleiben.»