Kölliken
Schulhausprojekt: Noch keine Lösung in Sicht

Die Situation um den Neubau des Schulhauses ist blockiert. Wer schuld ist daran, darüber sind sich die involvierten Parteien nicht einig. Am Donnerstag orientierte der Gemeinderat über die Schwierigkeiten zwischen Behörde und Referendums-Komitee.

Aline Wüst
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Aus Sicht des Gemeinderates ist der Grund für die blockierte Situation, dass das Komitee «Pro Kölliken» zurzeit Unterschriften für einen Urnenentscheid sammelt. Aus Sicht des Komitees hingegen ist der Gemeinderat Schuld an der Situation, weil er den Zuschlag für den Neubau ohne korrekte Vergabe dem Gemeindeammann und Architekt Roland Brauen erteilte.

Dieser Missstand wurde allerdings behoben. Brauen zog sich vergangene Woche als Architekt aus dem Neubau-Projekt zurück. Der Gemeinderat rechnete damit, dass das Referendum vom Tisch sei. Dem war nicht so. Werner Boss und Guido Zeltner vom Komitee sammeln zurzeit immer noch Unterschriften.

Kein Kompromiss

Das bedeutet Ungemach für den Gemeinderat. «Es ist Druck im Kessel», sagte Gemeinderat Martin Bossard am Donnerstag mehrmals. Denn der Schulraum werde dringend benötigt und Verzögerungen seien darum schlecht.

Die Verzögerung des Baubeginns wird allerdings immer wahrscheinlicher. Denn gegen den Gemeinderat sind vier Aufsichtsbeschwerden hängig und die Möglichkeit, dass genug Unterschriften für ein Referendum zusammenkommen, ist gross. «Das macht es für uns nicht einfach», sagte Bossard. Man habe das Referendums-Komitee zu einem Gespräch eingeladen. Diese hätten die Einladung abgelehnt. Der Gemeinderat sei davon ausgegangen, dass man mit den Gegnern einen Kompromiss finde, sagte Bossard. «Wir sind offen für ein Gespräch», betonte er. Wenn «Pro Kölliken» morgen eine Sitzung wolle, dann sei er dazu bereit.

Lenken die Gegner nicht ein, bleibt dem Gemeinderat nichts anderes übrig, als abzuwarten, bis Ende April die Frist für die Unterschriftensammlung abläuft. Komme das Referendum zustande und werde dann der Kredit für den Neubau an der Urne gekippt, müsse man zurück auf Feld eins, erklärte Bossard. Mit der gestrigen Medieninformation wollte der Gemeinderat der Öffentlichkeit darum klar machen, welche Konsequenzen ein Negativentscheid in Sachen Schulhausneubau hätte.

Weil das Komitee aktuell auch darüber diskutiert, das Fama-Gebäude nicht abzureissen, legte Gemeinderat Bossard in seinen Ausführungen ein besonderes Augenmerk auf die Situation im ehemaligen Industriegebäude. Das Ursprungsprojekt sah die Umnutzung des Fama-Gebäudes in ein Schulhaus vor.

Bossard zeigte Fotos des Hauses von innen und aussen. Sein Fazit: Es sei hier nicht möglich, die zusätzlichen Raumbedürfnisse für den Schulbetrieb zu erfüllen.

Der wegen seiner Doppelrolle als Architekt und Gemeindeammann ins Schussfeld geratene Roland Brauen war gestern nicht anwesend. Er habe damit nichts zu tun, sagten die anwesenden Gemeinderäte.

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