Kölliken
Schüler stellen ungewöhnliches Instrument her

In der Schule Kölliken findet eine spezielle Projektwoche statt: 17 Schülerinnen und Schüler der zweiten Real arbeiten eine Woche lang an einer eigenen «Gitarrele».

Isabelle Schwab
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Der Erfinder der Gitarrele, Hans Vonaesch, erklärt jeden Schritt.ISS

Der Erfinder der Gitarrele, Hans Vonaesch, erklärt jeden Schritt.ISS

«Eine Gitarrele ist eine Mischung aus Gitarre und Ukulele. Sie besitzt einen viereckigen Klangkörper und ist gleichgross wie eine Ukulele, hat aber die vier untersten Saiten einer Gitarre», erklärt Franziska Wilhelm. Sie ist Musik- und Englischlehrerin und hatte die Idee zur Projektwoche.

«Mir fiel bei der Klasse auf, dass sich die Schüler im Musikunterricht sehr zurückhaltend verhielten. Nur, wenn sie mit Instrumenten spielen durften, kamen sie aus sich heraus.»

Als sie den pensionierten Musiklehrer Hans Vonaesch bei einem Schullager kennenlernte, entdeckte sie das von ihm erfundene Instrument, die Gitarrele. Die Idee, jedes Kind sein eigenes Instrument herstellen zu lassen entstand.

Potenzial ausschöpfen

«Die Kinder lernen bei diesem Projekt viel: Sie müssen über längere Zeit an etwas arbeiten und sind selbst dafür verantwortlich, wie viel Mühe sie sich beim Schleifen und Kleben geben», sagt Stefanie Lorenzana, die Klassenlehrerin.

Es gehe in der Projektwoche auch darum, den Schülern die Möglichkeit zu geben eigene Stärken zu entdecken. Stefanie Lorenzana ist zufrieden mit der Projektwoche. Die Klasse sei während dieser Woche viel konzentrierter bei der Sache. «Es hilft, dass sie das Resultat ihrer Arbeit vor Augen haben.»

Gerade erklärt Hans Vonaesch den Kindern, wo sie eine Etikette am Innenraum der Gitarrele befestigen müssen. Auch er ist an der Projektwoche beteiligt und hat sämtliche Rohlinge in Handarbeit vorgefertigt.

«Als ich die Idee zu Gitarrele vor 10, 15 Jahren hatte, hätte ich nie gedacht, dass ich das so lange mache», lacht der ehemalige Musiklehrer, bevor er sich einem Jungen zuwendet, um ihm beim Kleben zu helfen.

Spass am Werken

«Wie Sie hier sehen», erklärt der 13-jährige Hakan etwas grossspurig, «haben wir auch die Stäbe am Inneren der Gitarrele selbst angeklebt.»

Am Anfang habe das Werken nicht so Spass gemacht, sagt er, aber er habe ja keine Wahl gehabt. Jetzt mache es doch noch Spass.

«Besser als normal Schule ist es auf jeden Fall», sagt auch Naomi. «Die Stimmung in der Klasse ist toll.» Ob sie die Gitarrele auch in ihrer Freizeit brauchen wird, lässt sie offen.

Nach der Projektwoche werde die Gitarrele weiter im Unterricht gebraucht, sagt Stefanie Lorenzana.

Die Schüler würden lernen das Instrument zu spielen. Vielleicht werde es sogar ein Konzert geben. «Wir wollen, dass uns die Gitarrele bis zum Ende der Schulzeit begleitet.»

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