Schürmüli Musig. «Der Name geht nicht allen Leuten leicht über die Lippen», sagt Barbara Schirmer, die Ur-Schürmüli-Frau. Schürlimusig, Mülimüsig. Schürmüslimusig. Man höre allerlei. «Japaner könnens gar nicht aussprechen; und sie sagen dem Hackbrett Hakubretu», lacht Barbara Schirmer.

Wer die Musik der Gruppe kennt, dem ist die Schürmüli Musig ein Begriff, der für eine Musik steht, die Schweizer Volksmusik mit Volksmusik aus anderen Weltgegenden verbindet. Am 28. Februar spielt die Band im «Ochsen» in Schöftland zum Tanz auf: Thé dansant von 15 bis 18 Uhr.

Wohnort wird zum Bandnamen

Barbara Schirmer ist die Einzige mit vollen 40 Jahren Schürmüli-Geschichte. Begonnen hat sie mit Bongo Wydler und ihrem damaligen Freund. «Wir hatten kein Geld und wollten Ski fahren gehen, da hatte Bongo die Idee, wir könnten auf der Skipiste Musik machen», erinnert sich die Musikerin. Der Erfolg gab ihnen recht: Die Skiferien waren bezahlt. Mehr noch: Das Folk-Festival Lenzburg lud sie ein.

Einen Band-Namen hatten sie noch nicht. «Wo wohnt ihr?», habe man sie gefragt, denn für ein Festival-Programm braucht man einen Namen. So sei ihnen der Name zugeflogen, denn sie wohnten in der Schürmüli im oberen Ruedertal.

«Wir waren eine der ersten Gruppen, die Schweizer Volksmusik mit Volksmusik aus Südamerika und Osteuropa zusammenbrachten», sagt Barbara Schirmer. Eine bewährte Mixtur, die auch neues Publikum erschliesst. Dazu kommen witzige Eigenkompositionen wie das Instrumentalstück «A1 – Aarau West – Aarau Ost», wo die Melodie des traditionellen Aargauerlieds auf die Autobahn gerät, aber auch ins Poetische abgewandelt wird. «Ein Hit», sagt die Komponistin.

Aber auf CD gibts diesen Titel nicht, wie die Schürmüli Musig überhaupt keine CDs mehr macht. Barbara Schirmer sagt: «Man soll uns live erleben.» Von wegen Hit: «Las Perlitas», ein mexikanisches Stück, von der Schürmüli Musig in den 90er-Jahren aufgenommen, werde immer noch im Radio gespielt. Und beim Radion hätten dann auch Leute angerufen, die nach der CD fragten.

Auftritte in Japan, den USA

Auch wenn die Schürmüli Musig in halb Europa, in den USA und in Japan auftraten – als sie noch lebten, waren auch Köbi und Frieda Schirmer, Barbaras Eltern, dabei: Zentrum ist und bleibt die Schürmüli im Ruedertal. «Hier proben wir, hier haben wir alle CDs aufgenommen, viele Musiker sind hier ein- und ausgegangen», sagt Barbara Schirmer und schmunzelt: «Späthippie-Zeiten.» Ein Begegnungsort ist die Schürmüli für Musiker bis heute.

Seit gut zehn Jahren besteht die Gruppe aus Barbara Schirmer (Hackbrett), Anna Kohler (Geige, Gesang), Esther Kaufmann (Akkordeon) und Mike Zeller (Kontrabass). «Wir haben ein Tanzmusik-Repertoire für vier Stunden», sagt Barbara Schirmer, «eine riesige Schatzkiste.» Sie geben aber auch Konzerte. In 40 Jahren sind weit über 1000 Auftritte zusammengekommen, von der Berghütte bis zu Konzertsälen in Grossstädten.

In Barbara Schirmers Schaffen ist die Schürmüli Musig «so etwas wie Erholung». Wer von der Musik leben will, muss parallel verschiedene Projekte verfolgen. Das ist bei Barbara Schirmer nicht anders: Projekte mit Christian Zehnder oder Didine Stauffer. Dabei sucht sie Neues, auch im Spielen ihres Instruments, dem Hackbrett. Sie will Klangtüren öffnen, die Menschen berühren.

Die Schürmüli Musig aber tritt mit ihrer eingängigen lebensfrohen Weltmusik auch an Privatanlässen wie Geburtstagen oder an Stubeten auf. Auf ihrer Jubiläumstour sind dieses Jahr acht Auftritte vorgesehen, teilweise auch als Konzerte. Den Start macht am 28. Februar im «Ochsen» in Schöftland ein Tanznachmittag.