Reinach
Schont leichter Schlaf die Matratze? Peach Weber ist «intellekteventuell»

Peach Weber liess im Saalbau mit seinem Programm «iPeach» sein Publikum lachen und schmunzeln.

Peter Weingartner (Text und foto)
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Peach Weber im Saalbau Reinach.

Peach Weber im Saalbau Reinach.

Peter Weingartner

Peach Weber ist der Fels in der Brandung komödiantischer Modeströmungen. Sein Publikum weiss es zu danken: Die Überraschungen liegen weniger in der Art des Programms als in neuen und unerwarteten Pointen. Das Erfolgsgeheimnis: In lichten (oder angeheiterten) Momenten kann jedem und jeder ein Wortspiel oder ein Gag unterlaufen. Bei Peach Weber freilich kommen sie in hoher Dichte.

Er nimmt das Wort beim Buchstaben, und wenn er die Gürtellinie touchiert – Schwiegermuttertag gleich Halloween –, gibt er sich den Anschein, er sei einfach der Pointen-Versuchung erlegen. Lässliche Sünde. Er hat wohl recht: Der Salzburger Stier winkt mit keinem Horn. Dafür hat er mindestens drei Generationen im Sack, wenn er beiläufig von Schawinskis Velounfall erzählt – er hatte die Lampe gegen sich gerichtet – oder sich die Frage stellt, ob ein leichter Schlaf die Matratze schone. Und woran erkennt man Terroristen? Beim Niesen! Hatschi oder Dschihad.

«Intellekteventuell»

Der Mann nimmt sich selber nicht allzu ernst. Nicht nur beim rudimentären Gitarrenspiel. Er streut in sein Programm ein paar eingängige Lieder. Und dann die Gedichte, vorab Zweizeiler und Vierzeiler. Hauptsache, sie reimen: «Mit ere Schüssle Bohne, chame de Alltag vertoone.» Das Publikum im gut gefüllten Saalbau lacht lauthals, und ist der Gag versteckt, ja sogar «intellekteventuell», gibt Peach etwas mehr Zeit.

Ein leichter Abend ists, Veganer bekommen etwas Fett weg, und Peach bevorzugt Fleisch aus Massentierhaltung, da er es gemein findet, glückliche Tiere zu schlachten. Selbstironie ist die grosse Stärke des Peach Weber, der nicht auf seine Schönheit reduziert werden möchte. Sein «Ranzen»? Der Arzt sei mit der Botoxspritze «vertschlipft». Und er weiss: Man kann immer und überall etwas lernen, man muss nur dumm genug sein.

Das Alter beschäftigt auch den Komiker: Überall schauten Würmer zum Boden heraus, weil sie meinten, es gebe Zmittag. Und im Altersheim Faltenglück läuft ihm beim Anblick der Speisekarte das Wasser in den Windeln zusammen. Der alternde Peach hat Galgenhumor. Das Publikum hat auch Spass daran, wenn er sich über Haustiere, Beziehungen und Dr. Google auslässt. Und das stets trocken-fröhlich und mit einem Augenzwinkern.

Umfrage: Was gefällt Ihnen am Auftritt von Peach Weber?

Irene Wechsler, 54, Luthern LU «Wir waren schon beim ersten Programm dabei vor über 30 Jahren. Wenn Peach so plaudert, scheint es, das komme ihm jetzt gerade in den Sinn. Er bringt es so trocken. Das Beste: Man kann über sich selber lachen.»
4 Bilder
Severin Bucher, 27, Gränichen «Ich sehe Peach Weber zum ersten Mal live, habe aber viele CDs zu Hause. Mir imponiert, wie er sein Ding seit Jahrzehnten trocken durchzieht. Du meinst, jetzt hat er sich verzettelt, dann kommt die überraschende Pointe.»
Ines Hochuli, 47, Seengen «Ich habe ihn auch schon gesehen und finde seine Pointen, die nicht unter die Gürtellinie gehen, gut. Man kann viel lachen, denn er bedient sich im Leben, im Alltag. Seine Gedichte finde ich hintersinnig cool.»
Lukas Lötscher, 20, Fislisbach «Peach Weber kenne ich seit ein paar Jahren. Ich finde seine Sachen lustig, und mir gefällt seine Selbstironie sehr gut. Die Lieder sind weniger mein Ding, aber die Pointen in den Plaudereien dazwischen passen.»

Irene Wechsler, 54, Luthern LU «Wir waren schon beim ersten Programm dabei vor über 30 Jahren. Wenn Peach so plaudert, scheint es, das komme ihm jetzt gerade in den Sinn. Er bringt es so trocken. Das Beste: Man kann über sich selber lachen.»

Peter Weingartner