Vom Hoteldirektor zum Altersheimleiter: Thomas Steidle (50) hatte 16 Jahre lang das Kongresshotel Arte in Olten geführt, als er im Winter 2016/17 eine neue Herausforderung annahm und Leiter des Alterszentrums Schöftland wurde. Dieses hat 118 Bewohner (neu alle in Einzelzimmern), ist voll ausgebucht und beschäftigt 170 Mitarbeitende.

Bereits vor Steidles Amtsantritt erlebte das Alterszentrum führungsmässig bewegte Zeiten – mit negativen Auswirkungen auf die Personalfluktuation. In die Ära Steidle fiel der Hacker-Fall: Das Alterszentrum zahlte wegen der Cyber-Attacke ein Lösegeld (einen Bitcoin).

Altersheim zahlt Lösegeld an Kriminelle

Altersheim zahlt Lösegeld an Kriminelle (19. Dezember 2017)

Das Alterszentrum Schöftland wurde zur Zielscheibe einer Cyberattacke. Wieso das Pflegeheim den Erpressern den verlangten Geldbetrag überwies.

Im Frühling übernahm ein stark erneuerter Verwaltungsrat mit einem neuen Präsidenten, dem Unternehmensberater und Reitnauer Gemeinderat Uwe Matthiessen, die Geschicke der Aktiengesellschaft, an der acht Gemeinden beteiligt sind. Wie es jetzt heisst, waren sich der neue Verwaltungsrat und Thomas Steidle nicht darüber einig, wie das Alterszentrum weiterentwickelt werden soll. Es war nicht einmal eine Trennung im gegenseitigen Einvernehmen möglich. Steidle wurde am Freitag entlassen und per sofort freigestellt. Offensichtlich war Steidle für den neuen Verwaltungsrat der falsche Mann.

Das Alterszentrum wird ab sofort ad interim von Heinz Koch (67) geleitet, einem Mann mit 40-jähriger Erfahrung im Heimbereich, der vor seiner Pensionierung in Grosshöchstetten BE tätig war. Er soll die nächsten fünf bis sechs Monate überbrücken, bis eine definitive Lösung gefunden ist. (uhg)