Die ersten zwei von elf Gemeinden haben am Mittwochabend an ihren Gemeindeversammlungen Ja gesagt zur Bildung der Oberstufen-Kreisschule aargauSüd (150 Lehrer, rund 1000 Schüler). Und zwar zwei ganz Wichtige: zwei der drei Standortgemeinden. Nach dem Ja von Reinach (102 zu 24 Stimmen, Beteiligung 3,6 %) und dem Ja von Menziken (mit grossem Mehr, Beteiligung 5,1 %) wäre ein Nein der Unterkulmer heute Abend eine grosse Überraschung. Denn ohne die neue Kreisschule würden sie wohl ihre Bezirksschule verlieren.

Ein Referendum in Menziken?

Gegen die Entscheide vom Mittwochabend kann natürlich noch das Referendum ergriffen werden. Im Fall von Menziken wäre das denkbar, gab es doch an der Versammlung nur ablehnende Voten. Aber ein Antrag auf geheime Abstimmung scheiterte deutlich. Dass neben den drei Standortgemeinden die anderen acht Gemeinden der Kreisschule aargauSüd zustimmen werden, gilt als sicher. Ein Nein wird eigentlich nur in Gontenschwil erwartet (Versammlung am Freitag).

In Reinach gab es am Mittwochabend ein einziges Votum zur Kreisschule: Eine Mitarbeiterin der Menziker Schulverwaltung sprach sich für Ablehnung aus. An der Gemeindeversammlung in Menziken wurde intensiver diskutiert. Nach den nervösen Debatten der letzten Tage musste damit gerechnet werden, dass es knapp werden könnte.

Erster Votant war Andreas Gurtner, der Präsident der Schulpflege. Die Schulpflege gab keine Empfehlung ab, doch den Ausführungen von Gurtner war zu entnehmen, dass die Skepsis gegenüber der neuen Kreisschule gross ist. Aus Schulsicht gebe es viele nicht absehbare Folgen. Die Kreisschule werde die Schule Menziken, die bisher als Gesamtschule konzipiert gewesen sein zwingen, sich ganz neu zu organisieren.

Ein zweiter Votant kritisierte die Satzungen: «Wenn man diese liest, stehen einem eigentlich die Haare zu Berge.» Die Menziker hätten nichts zu sagen, der Kreisschulrat beschliesse alles. «Aus meiner Sicht, muss ein solcher Knebelvertrag abgelehnt werden.»

Gemeindeammann Erich Bruderer (es war seine erste Versammlung als Ammann), versuchte sachlich zu informieren. Etwa zu den Kosten: «Tatsache ist, wir werden nicht gross sparen. Wenn wir sparen wollen, lehnen wir das Projekt ab. Dann sparen wir, weil es nur noch einen Schulstandort gibt.»

Die Reinacher hatten neben der Kreisschule über eine weitere Schulvorlage abzustimmen. Sie genehmigten (bei zwei Nein) 4,99 Millionen Franken für die Sanierung des Centralschulhauses.