Steuerfuss
Schöftland ist die Mustergemeinde in Sachen Finanzen

Seit Jahren sinkt der Steuerfuss in Schöftland. Eine Politik der kleinen Schritte – das ist das erfolgreiche Rezept der Gemeinde.Dazu gehören auch weitsichtige Planung und ein bisschen Glück.

Aline Wüst
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Gemeindeschreiber Rudolf Maurer kann sich freuen: Schöftland ist eine Mustergemeinde in Sachen Finanzen (Archiv)

Gemeindeschreiber Rudolf Maurer kann sich freuen: Schöftland ist eine Mustergemeinde in Sachen Finanzen (Archiv)

Aline Wüst

Für Furore hat der Steuerfuss von Schöftland nie gesorgt. Nie wurde er von einem Jahr aufs andere um zehn Prozent gesenkt. Beachtlich ist jedoch seine Entwicklung über die letzten Jahre. 1995 lag der Steuerfuss bei 121 Prozent, seither geht es kontinuierlich abwärts. Schöftland verfolge eine Politik der kleinen Schritte, sagt der langjährige Gemeindeschreiber Rudolf Maurer. In den letzten 10 Jahren wurde der Steuerfuss immer wieder um zwei Prozent reduziert. Letztmals für dieses Jahr um zwei auf 100 Prozent. Der Grund dafür sei eine Mischung aus weitsichtiger Planung und Glück, meint Gemeindeschreiber Maurer. Vor über 25 Jahren habe man viel Geld in die Infrastruktur investiert. Beispielsweise Strassen gebaut, die Sporthalle und ein Mehrzweckgebäude errichtet. Über 20 Millionen Franken Schulden hatte die Gemeinde damals. Heute ist Schöftland schuldenfrei. Die Schulden waren exakt zum geplanten Zeitpunkt abgebaut, sagt Maurer. «Ein Quäntchen Glück war da auch mit im Spiel», gibt er zu.

Aber auch gute Planung. Denn mit dem Bau der Strassen habe man vor 20 Jahren viel Land baureif gemacht und mit den Beiträgen, die Anwohner an die Erschliessungsstrassen beisteuern mussten, brachte man die Landbesitzer dazu, ihr Bauland nicht zu horten, sondern zu überbauen. Das wiederum führte zu einem Bevölkerungszuwachs. In den letzten Jahren gar zu einem kleinen Bauboom, und das bescherte der Gemeinde mehr Steuerkraft.

Steuerpolitik in Moosleerau

In Moosleerau verfolgt man eine ganz andere Steuerpolitik. Das Motto: «Keine Steuern horten». Die Steuern werden gesenkt, wann immer möglich. Müssen darum aber regelmässig wieder nach oben angepasst werden. Ein Beispiel: 2011 senkte Moosleerau den Steuerfuss um drei auf 115 Prozent. Nun wurde der Steuerfuss wieder um vier Prozent angehoben, weil mit der Sanierung der Schulhausanlage Investitionen von 1,8 Millionen Franken anstehen. Die Nettoverschuldung der kleinen Gemeinde wird sich auf 2,4 Millionen Franken erhöhen. Laut Gemeindeschreiber Werner Jäggi habe man der Bevölkerung die Bewegung des Steuerfusses immer genau erklärt. «Diskussionen gab es deswegen nie.»