Schöftland
Ammann-Kandidat Thomas Buchschacher (FDP): «Ich will den Wunsch der Bevölkerung nach Veränderung respektieren»

Ein Mann und eine Frau, FDP und SP, Vizeammann und Gemeinderätin, Ur-Schöftler und Eingebürgerte – Thomas Buchschacher und Anja Gestmann, die am 28. November zum neuen Schöftler Ammann gewählt werden wollen, könnten kaum unterschiedlicher sein. Die AZ hat ihnen eine Reihe von Fragen gestellt. Heute: Thomas Buchschacher (FDP).

Nadja Rohner
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Thomas Buchschacher, FDP

Thomas Buchschacher, FDP

zvg/ «Aargauer Zeitung»

Thomas Buchschacher (bald 50) ist mit Beatrice Buchschacher-Haldimann verheiratet und hat zwei Söhne. Er arbeitet als Stützpunktleiter eines ortsansässigen Netzbauunternehmens im Energiebereich. Aktuell ist er Vizeammann. Er hat sich zur Kandidatur als Ammann entschlossen, nachdem sein Parteikollege Rolf Buchser als Oberhaupt von Schöftland abgewählt worden war.

Was stört Sie an Schöftland?

Im Moment sicher die grosse Unruhe im Dorf. Es werden viele Halbwahrheiten verbreitet und die Schöftlerinnen und Schöftler sind unsicher. Das kann ich gut verstehen, Vertrauen ist eine fragile Ware, die gepflegt werden muss. Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde, dass ich jederzeit für Auskunft, Rat und Tat zur Verfügung stehe.

Womit verbringen Sie zu viel Zeit?

Grundsätzlich setze ich meine Zeit effizient ein. Ich bin jedoch Kaninchenzüchter und verbringe den Grossteil meiner Freizeit im Stall und im Winter an Ausstellungen. Die Arbeit mit den Tieren beruhigt und erdet mich.

Warum sind Sie Politiker geworden?

Ich bin in Schöftland aufgewachsen, zur Schule gegangen, habe meine Lehre und einen Grossteil meines beruflichen Lebens im Dorf verbracht. Durch Feuerwehr und mehrere Vereine war ich immer schon in die Gemeinde integriert. Ich hatte den Wunsch, mich für meine Heimat zu engagieren und deren Entwicklung mitzugestalten.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

Für gebundene, grösstenteils vom Kanton auferlegte, resp. den Gemeinden überwälzte Ausgaben.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie zehn Millionen Steuerfranken ausgeben?

Für einen neuen Bibliothekstisch natürlich (lacht). Im Ernst, überall dort, wo wir in den letzten Jahren Geld einsparen mussten. Beim Erstellen des Budgets stellt sich immer die Frage nach Wunsch oder Notwendigkeit und es wäre schön, für einmal auf alle Wünsche eingehen zu können.

Hat das Wachstum der letzten Jahre Schöftland gut getan?

Sicher, Schöftland hat sich zu einer zukunftsorientierten Zentrumsgemeinde entwickelt. Das Dorf bietet alles, was man zum Leben braucht und hat eine gute Infrastruktur. Vom Wachstum profitieren alle Schöftlerinnen und Schöftler durch einen interessanten Steuerfuss.

Welche Person, lebend oder verstorben, würden Sie gerne zum Znacht einladen, und was tischen Sie auf?

Ich würde alles dafür geben, noch einmal ein Essen mit meinem 2014 verstorbenen Vater zu geniessen. Natürlich würde ich für ihn Kaninchenbratwürste zubereiten.

Was stimmen Sie am 28. November beim Covid-19-Gesetz, und warum?

Ich denke nicht, dass meine Einstellung zum Covid-19-Gesetz meine Arbeit im Gemeinderat beeinflusst.

Das künftige Gemeindeoberhaupt wird dafür sorgen müssen, dass der Gemeinderat als Team zusammenfindet. Wie würden Sie das machen?

Der neu gewählte Gemeinderat wird nach dem zweiten Wahlgang bei null beginnen, sich neu finden und kennen lernen müssen. Der wichtigste Punkt zu diesem Thema ist Vertrauen. Mit gegenseitigem Respekt und dem bisher gelebten Team- und Zusammengehörigkeitsgedanken können alle Probleme gelöst und gemeinsam gemeistert werden.

Können Sie sich vorstellen, das Hegmatte-Dossier zu übernehmen?

Nein, ich werde das Hegmatte-Dossier nicht übernehmen, ich will den Wunsch der Bevölkerung nach Veränderung respektieren.

Wie soll die Zukunft des Alterszentrums Schöftland aussehen?

Das Alterszentrum Schöftland ist einer der grössten und wichtigsten Arbeitgeber unseres Dorfes. Ich wünsche mir Kontinuität und Weitsicht bei der Geschäftsleitung und weniger Aufgeregtheit im Umfeld dieses Betriebs. Zufriedene Bewohner, welche bei uns in Ruhe leben dürfen sowie für die Angestellten angenehme und wertschätzende Arbeitsbedingungen wären wünschenswert.

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