Widerstand

Schmiedrueds Gemeinderat lehnt das Windkraftprojekt ab

Den künftigen Windpark «uf em Chalt» gibt es erst virtuell: Die Fotomontage zeigt im Vordergrund die geplanten Windräder in Kirchleerau, dahinter jene auf Trienger Boden.

Den künftigen Windpark «uf em Chalt» gibt es erst virtuell: Die Fotomontage zeigt im Vordergrund die geplanten Windräder in Kirchleerau, dahinter jene auf Trienger Boden.

Die Behörde führte zum Windparkprojekt Kirchleerau/Kulmerau eine Umfrage durch und beurteilt die Argumente der Gegner als fundiert.

Der Gemeinderat Schmiedrued-Walde hat beim Regionalplanungsverband Suhrental RVS seine Stellungnahme zum geplanten Windpark Kirchleerau/Kulmerau eingereicht. Dazu war er vom RVS eingeladen worden. Substanziell stützt sich die Behörde auf Argumente aus der Bevölkerung, welche sie mit einer Umfrage eruiert hat.

Im Zentrum der Umfrage stand das Windparkprojekt in der Region Kirchleerau-Kulmerau-Triengen. Die Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) planen hier eine Anlage mit vier Windrädern, um Strom für rund 2800 Haushalte zu produzieren.

In einer Medienmitteilung schreibt die Schmiedrueder Behörde, sie stehe «grundsätzlich der Produktion von alternativen Energien positiv gegenüber». Sie habe jedoch für die Vernehmlassung die Pro- und Kontraargumente aus der Bevölkerung berücksichtigen wollen.

Zwei Drittel sind dafür

Nach der Information durch die CKW am 5. Juni, wo die Behörde eine Negativstimmung in der Bevölkerung heraushörte, hat sie eine Umfrage lanciert. Die Resonanz sei gross gewesen, es wurden von 867 versandten Fragebogen deren 278 retourniert. Aufgrund der Beteiligung von 32 Prozent betrachte sie die Umfrage als repräsentativ, so die Behörde.

Die Auswertung der Umfrage hat gezeigt, dass heute in Schmiedrued-Walde 182 Stimmbürger die geplante Anlage befürworten. 90 Personen, rund ein Drittel, äusserten sich dagegen.

In der Umfrage war unter anderem zu beantworten, ob man das Landschaftsbild oder den Nutzen einer Windkraftanlage höher bewerte. Ob man das Projekt generell gutheisse.

Die Befürworter hoffen, dass dereinst dieser Windpark durch die Gemeinde vermarktet werde, dass der Strompreis sinke und die Gemeinde finanziell entschädigt werde. Sie sind der Meinung, dass die Anlagen einen Teil beitragen können zur künftigen Energiestrategie.

Konkrete Einwände der Gegner

Die Gegner jedoch monieren, für die Gemeinde sei kein Vorteil auszumachen und der Landschaftsschutz sei durch den Bau der Anlagen infrage gestellt. Es sei störend, dass für kleine Bauprojekte in dieser Zone kaum Bewilligungen zu erreichen seien, aber Windanlagen sollen möglich sein.

Viele Leute störe es, so die Gemeinde, dass im gleichen Gebiet für das Motocross-Rennen keine temporären Schanzen mehr gebaut werden dürfen, Windräder aber schon. Die Gegner stellen auch das Argument des «überlagerten Interesses» infrage. Da werde der Grundsatz von «Gleichheit» und «Verhältnismässigkeit» verletzt. Weiter werden der zu geringe Abstand zu Wohnbauten und ein allfälliger Schattenwurf der Anlagen bemängelt. Dabei werden durchaus auch Eigeninteressen angeführt.

Der Gemeinderat betont, er lehne das geplante Windkraftanlageprojekt ab, obwohl er grundsätzlich die alternative Energieproduktion befürworte. Er gewichtet aber die konkreten und «fundierten» Argumente der 90 Gegner stärker als die «weichen» Argumente der 182 Befürworter. Als Nächstes wird der Regionalplanungsverband Suhrental seine Stellungnahme abgeben.

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