Gemeindeversammlung
Schmiedrueder Ortsbürger entscheiden sich gegen XXL-Forstfusion

Anlässlich der Gemeindeversammlung wurde entschieden, aus dem Forstverband Leerau-Rued auszutreten und somit nicht Teil der Forst-Grossfusion zu werden.

Flurina Dünki
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Schmiedrued-Walde

Schmiedrued-Walde

Archiv AZ

Jetzt sind es nur noch zehn. Die Schmiedrueder Ortsbürger bestätigten an der Ortsbürgergemeindeversammlung (35 von 217 Ortsbürgern waren anwesend) vom 17. August den (vom Gemeinderat bereits 2019 eingereichten) Austritt aus dem Forstbetrieb Leerau-Rued. Dies nach angeregter Diskussion, letztlich aber ohne Gegenstimme. Somit wird Schmiedrued definitiv nicht Teil des Riesen-Forstverbandes von ursprünglich elf Gemeinden, der aus dem Zusammenschluss der drei Forstbetriebe Muhen-Hirschthal-Holziken, Leerau-Rued und Oberes Suhrental entstehen wird.

Die Gemeinde will stattdessen ihr Forstgebiet auf Mandatsbasis bewirtschaften. Auch legte der Gemeinderat den potenziellen Mandatnehmer offen, die OVB Beromünster AG. Schmiedrued müsste gemäss Berechnung, die die Gemeinde und der Mandatnehmer gemacht haben, jährlich ein Mehrfaches derjenigen Summe in den neuen Forstverband einzahlen, als heute an Leerau-Rued gezahlt wird. Dies aufgrund der tiefen Holzpreise höchstwahrscheinlich ohne Gewinnauszahlung. "Wir erwarten, dass wir mit unserem Weg eine schwarze Null erzielen", sagte der zuständige Gemeinderat Peter Stalder im Vorfeld der Abstimmung.

Die Ortsbürger genehmigten nicht nur den Austritt, sie sagten auch Ja zum Konzept über die künftige Organisation und zum Antrag, den Gemeinderat zu den entsprechenden Verträgen zu ermächtigen.

Den Ausschlag hatten aber gemäss Ammann Marlies Loosli nicht nur die Finanzen gegeben: "Wir werden bessere Möglichkeiten haben, in die Waldwirtschaft einzugreifen, werden flexibler reagieren können. Wenn die Holzpreise runter gehen, können wir entscheiden, weniger Holz zu schlagen. Und wir können nachhaltig und naturnah wirtschaften." Denn die Gemeinde wolle ihren Wald nicht mehr so bewirtschaften, wie er in den letzten Jahren bewirtschaftet worden sei, sondern eben, naturnah-nachhaltig. Der Schiltwald sei der beste Wald im ganzen Forstkreis Leerau-Rued, so Loosli.

Die Einwohnergemeinde (von 851 Stimmbürgern waren 65 anwesend) hatte vor allem Kreditabrechnungen zu behandeln. Alle, insbesondere jene für den Umbau des neuen Gemeindehauses (ehemals Raiffeisenbank) mit einer Überschreitung von 26301 Franken, wurden diskussionslos genehmigt.