Schmiedrued-Walde
Schmiedrueder Motocross: Schlammschlacht und Riesengaudi

Regenfälle haben das Motocross-Rennen in Schmiedrued-Walde in ein Schlammbad verwandelt. Auf die leichte Schulter nahmen dies die Plausch-Fahrer, die mit skurrilen selbgebauten Fahrzeugen zum Rennen antraten: Zu verlieren hatten diese nur den Ruf, ein kreativer Kopf zu sein.

Peter Weingartner (Text und Fotos)
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Wer beim Start nicht vorne ist, riskiert Dreckbombardements.
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Stroh ist gefragt.
Was Mutter wohl sagt.
Start der Plauschklasse.
Witzige Vehikel.
Papa hilft.
Positionskämpfe beim Start.
Nando und Damian Koller als Asterix und Obelix samt Hinkelstein.
Seitenwagen in Aktion.
Nähstübli in Action.
Reto Lehmann und Simon Lüscher mit ihrem Nähstübli samt Grammofon.
Nähstübli 2
Kampf um Positionen.
Motocross 2016 Schmiedrued-Walde
Lorenz Maurers Holzwurm hat Durst.
Es geht los.
Er winkt ab.
Er hat Trost nötig.
Er nimmts gelassen.
Daniel Odermatt macht dreirädrig auf Rodeo.
Eine dreckige Angelegenheit.
Ein Zweikampf.
Dynamik.
Bärner Bärgmäiher.
Buben-Töff zwischengelagert.
Autsch.
Auch Sprünge gabs.
Aufsteigen und weitermachen, hopp.
Auch ein Rodeo.Muni braucht Sprit.

Wer beim Start nicht vorne ist, riskiert Dreckbombardements.

Peter Weingartner

Hunde vertrügen keinen Lärm? Offensichtlich gibt es solche, die sich nicht stören am Knattern und Rohren der Motoren, sondern mit Herrchen oder Frauchen interessiert dem Geschehen auf dem Rennacker, der einmal Grasland oder Stoppelfeld war, zugucken.

Beim Start gilt es, rasch wegzukommen. Nichts Schlimmeres, als steckenbleiben und dem Dreckregen der Konkurrenz ausgesetzt sein. Darum geben die Fahrer schon vor dem Start Vollgas. Und der Benzinduft konkurriert mit Gerüchen aus dem Schweinestall.

Natürliche Wässerung

Ein Motocross ohne Morast wäre eine staubtrockene Angelegenheit. So trocken, dass man von Zeit zu Zeit wässern müsste. «Das bleibt uns dieses Jahr erspart», sagt Platzspeaker Marcel Kümmerli am Samstagnachmittag, und er hofft nach dem feuchten Morgen, dass es erst in der Nacht auf Sonntag wieder regnet.

Petrus macht seinen Job so gut, dass am Sonntagmorgen Pfützen die Schlammpfade, Piste genannt, zieren. Eine Programmänderung drängt sich auf: Die Plauschklasse muss oder darf keinen Trainingslauf absolvieren. «Die hätten keine Chance, eine Runde heil zu überstehen, würden bald steckenbleiben», sagt Marcel Kümmerli. Immerhin stecken in den originellsten dieser Fahrzeuge Dutzende Stunden Arbeit. Man hofft darauf, dass der Wind beiträgt zum Abtrocknen, versucht mit Mannes- und Maschinenkraft die Piste befahrbarer zu machen.

Elterlicher Ehrgeiz

«Hopp, hopp, hopp!» rufen Väter ihren Sprösslingen auf den kleinen Töffs in den Rennkategorien zu, und die Mütter stehen ihnen punkto Ehrgeiz nicht nach. Der matschige Untergrund freilich (über)fordert manchen jungen Rennfahrer. Enttäuschung, Verzweiflung, ja Wut brechen sich Bahn, und es fliessen gelegentlich Tränen. So unterschiedlich wie die Farben der Rennanzüge sind die Reaktionen. Aufmunterndes Schulterklopfen hier, Kopfschütteln da. Ob da ein Vater versucht, seinen Kindertraum im Sohn zu realisieren?

Am Sonntagnachmittag kamen die Pläuschler doch noch zum Einsatz, und das bei Sonnenschein. Da zählt nicht die Geschwindigkeit, sondern der Aberwitz, die Kreativität. Simon Lüscher aus Hirschthal und Reto Lehmann aus Sumiswald haben eine Tramp-Nähmaschine als Seitenwagen integriert und einen alten Grammophon auf den Rücksitz montiert. Damian Koller setzt Sohn Nando auf einen Hinkelstein im Seitenwagen, und sie drehen als Asterix und Obelix ihre Runden, derweil der Innerschweizer Damian Odermatt mit einem Stierentöff auf Rodeo macht. Bewunderndes Schmunzeln, auch für Marco Pendt aus Walde und Kevin Hochuli aus Staffelbach als Bärner Bärgmäiher.