Menziken

Schlör will den Markt mit Hochstamm-Süssmost aufmischen

Schlör-Süssmost aus Hochstammobst in neuem Kleid.  Peter Siegrist Schlör-Süssmost aus Hochstammobst in neuem Kleid.  Peter Siegrist

Schlör-Süssmost aus Hochstammobst in neuem Kleid. Peter Siegrist Schlör-Süssmost aus Hochstammobst in neuem Kleid. Peter Siegrist

Die Getränkerei Schlör belebt den Getränkemarkt mit einheimischem Most und weitet ihr Marktgebiet in die Zentralschweiz aus.

Die Getränkerei Schlör AG in Menziken lanciert eine Offensive zusammen mit der Hochstamm Seetal AG. Auslöser dieser Aktivität ist die Obst- und Gemüsesaftherstellerin Thurella. Diese hat ihre beiden Süssmost-Marken Obi und Rittergold Ende 2010 eingestellt und vom Markt genommen, und die Versorgung ihrer Kunden der Ramseier Suisse AG übergeben.

Für Jürg Schneider, den Geschäftsführer und Inhaber der Schlör AG, bedeutet das entstandene Vakuum zusätzlichen Ansporn, seinen Marktanteil zu erweitern. «Neu wird unser Süssmost auch im Verkehrshaus in Luzern angeboten», sagt Schneider.

Seetalmost in der Innerschweiz

Schlör weitet sein Absatzgebiet zum Beispiel in der Zentralschweiz aus. «Unsere Produkte sollen in erster Linie in den Gaststätten auf der Karte stehen. Mittelfristig möchten wir auch überregional in die Handelskanäle gelangen. Eine weitere Schiene ist die Partnerschaft an grossen Anlässen. So werden die Schlör-Apfelsäfte beispielsweise auch am Eidgenössischen Jodlerfest im nächsten Juni in Interlaken angeboten.

Tradition und Region vereint

Süssmost hat Tradition bei Schlör. Gegründet wurde die Firma 1888, im Jahr 1917 lancierte Jules Schlör in Menziken die erste industrielle Mosterei in der Schweiz. Als er 1923 ein Verfahren zur kaltsterilen Herstellung von alkoholfreiem Apfelsaft erfand, legte er damit die Basis für den Schweizer Apfelsaft. Auch andere in- und ausländische Mostereien bedienten sich dieses Verfahrens in Lizenz.

Der Luzerner Jürg Schneider hat die Firma 2006 übernommen. Sein Ziel ist, dem Apfelsaft aus Hochstammobst aus der Region zu neuem Schwung zu verhelfen. Schlör bietet eine breite Palette an: Süssmost (klar und naturtrüb) Apfelwein und eine Schorle. «Wir besinnen uns auf das traditionelle Handwerk», sagt Schneider.

In enger Zusammenarbeit mit der Hochstamm Seetal AG verarbeitet Schlör Hochstammobst. «Wir wollen den Konsumenten nicht nur den feinen Süssmost näher bringen, sondern sie auch für nachhaltigen Landschaftsschutz und sanfte Produktionsarten sensibilisieren», sagt Schneider. Für den neuen Süssmost wird ausschliesslich Seetaler Hochstammobst verwendet. Die Etikette zeigt im Hintergrund das Schloss Heidegg, aber auch einen Hinweis auf Jules Schlör (1923). Schlör hat 2010 rund 200 Tonnen Hochstammobst aus dem Seetal verarbeitet.

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