Reinach
Schläge an Primarschule: Krisenstab eingesetzt, Lehrer krankgeschrieben,

An der Primarschule Reinach ist es vor und nach den Herbstferien in zwei Fällen in einer 5. Klasse zu einer Tätlichkeit eines Lehrers gekommen. Die Schule hat inzwischen einen Krisenstab eingesetzt, der betroffene Lehrer wurde krankgeschrieben.

Peter Siegrist
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Schulhaus Breite in Reinach. PSI

Schulhaus Breite in Reinach. PSI

Ein Lehrer an der Primarschule habe die Beherrschung verloren und zwei Schüler geschlagen, meldet das schreibt das «Wynentaler Blatt» in seiner Ausgabe vom 30.November. In einem Fall an den Kopf, im andern Fall mit «einem Rempler in den Magen.»

Der Lehrer habe gegenüber Eltern und Schulbehörden erklärt, die Schüler hätten ihn provoziert. Und er habe sich bei den betreffenden Eltern umgehend entschuldigt. Diese hätten sich wegen der Vorfälle an Schulleitung und Schulpflege gewandt, waren aber von deren Reaktion nicht befriedigt. «Wir fühlen uns vom Machtapparat Schule nicht ernst genommen», lassen sie sich in der Lokalzeitung zitieren. Deshalb gelangten sie an die Öffentlichkeit und erwägen jetzt eine Anzeige gegen den Lehrer.

Neue Situation seit gestern

Schulleiter Adrian Vogel bestätigte gestern auf Anfrage der az Aargauer Zeitung, die Schulführung habe Kenntnis von beiden Vorfällen. «Sie bedauert die Vorfälle und hat sie sehr ernst genommen.» Vogel weiter: «Es wurden mit allen Betroffenen Gespräche geführt und Massnahmen getroffen. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes können wir diese Massnahmen nicht öffentlich machen», sagt Vogel. Auch in der Klasse sei die Situation gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin «ausführlich aufgearbeitet» worden.

Für Adrian Vogel ist dadurch, dass die Eltern der beiden Kinder an die Presse gelangten, eine neue Situation entstanden, welche sorgfältig zu analysieren sei. «Aufgrund dieser Entwicklung hat die Schulführung der Primarschule Reinach einen Krisenstab eingesetzt, in welchen alle wichtigen Funktionsträger eingebunden sind», erklärt Vogel. Gegenwärtig sei dieser Krisenstab an der Arbeit. «Die betroffene Lehrperson ist seit gestern krank, die aktuellen Ereignisse belasten sie stark», erklärt Vogel, «sie wird uns am Montag über ihren Gesundheitszustand informieren.» Der Unterricht an den beiden Klassen sei jedoch sichergestellt. (psi)