Sie spielten an den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver für die Slowakei und waren bis vor kurzem beim HK Pantera Minsk in Weissrussland unter Vertrag. Nun stehen Petra Pravlikova und Martina Velickova ohne Job da. Minsk ging bankrott; konnte mit den finanziellen Ansprüchen in der russischen Profiliga, an die Minsk angeschlossen war, nicht mehr mithalten.

Hier kommt der SC Reinach ins Spiel, denn die Spielerinnen sind auf Klubsuche, um für die slowakische Nationalmannschaft fit zu bleiben. Glück für den SC Reinach, der Verstärkung sucht. Pravlikova und Velickova sollen ab dem 12. November zum NLA-Team der Reinacherinnen stossen.

Die Slowakinnen kämen gerne in die Schweiz, sagt Teamleiter Franz Pelloli. Das Schweizer Frauen-Eishockey gehöre zu einem der besten der Welt. Beweis dafür sei die Bronzemedaille an der Weltmeisterschaft in den USA im Jahr 2012. «Die Schweiz ist eine Top-6-Nation», findet Pelloli.

Klub kann keinen Lohn zahlen

Der Haken an der Geschichte: Der SC Reinach kann den Spielerinnen kein Gehalt bezahlen. «Uns fehlen die finanziellen Möglichkeiten, um Profispielerinnen anzuheuern», sagt Pelloli. «Wir sind als Landklub nicht in der komfortablen Lage wie die ZSC Lions oder der HC Lugano, die eine grosse Organisation mit entsprechenden finanziellen Mitteln im Rücken haben.» Pelloli ist darum auf der Suche nach einem Job und einer Wohnung für die beiden, «damit sie sich wenigstens den Lebensunterhalt hier in der Schweiz leisten können».

Suche bis jetzt erfolglos

Doch die Suche sei bis anhin erfolglos geblieben, sagt Pelloli. Obwohl man einheimische Firmen angefragt und Inserate aufgeschaltet habe, sei noch kein Jobangebot eingegangen. Noch hegt der Teamchef Hoffnung, trotzdem macht sich langsam Verzweiflung breit. «Wenn wir keinen Job für die Spielerinnen finden, müssen wir sie wieder nach Hause schicken», sagt er. Dabei seien die Slowakinnen bescheiden, macht Pelloli Werbung für die Spielerinnen. «Sie sind unkompliziert und wollen nur Hockey spielen.»

Hohe Lohnansprüche hätten die beiden nicht. «Eine 50-Prozent-Anstellung würde schon irgendwie gehen.» Das Problem sei die Sprache, ist sich Pelloli bewusst. «Sie sprechen kein Deutsch.» Und internationale Firmen seien im Oberwynental nun mal rar gesät.

Noch bleibt etwas Zeit, Job und Wohnung zu finden. Pravlikova und Velickova weilen zurzeit mit der slowakischen Nationalmannschaft in Japan an einem Turnier.