Kölliken

SBB lassen Kioskfrau weiter warten: «Ich werde immer wieder vertröstet»

Hier arbeitete Vilijana Jonic

Hier arbeitete Vilijana Jonic

Viljiana Jonic betrieb in Kölliken einen Kiosk. Nun fühlt sie sich von den SBB verschaukelt. Die versprach ihr Hilfe, bei der Suche nach einem neuen Kiosk-Standort. Jonics Warten geht weiter.

Rund vier Jahre lang betrieb Vilijana Jonic am Bahnhof Kölliken einen Kiosk. Ende Juli dieses Jahres musste sie ihr Geschäft verlassen. Das Gebäude wurde im Rahmen der Erneuerungen rund um die Bahnlinie abgerissen.

Die SBB sicherten Vilijana Jonic damals zu, sie bei der Suche nach einem Standort zu unterstützen. Bis heute wartet die Verkäuferin aber vergebens auf ein neues geeignetes Lokal.

«In Sachen Kiosk hat sich noch nichts getan», sagt Vilijana Jonic auf Anfrage. «Bis jetzt bin ich von den zuständigen Mitarbeitern immer wieder vertröstet worden.» Der ihr vorgeschlagene neue Standorte eignete sich nicht. «Dort gibt es überall bereits einen Kiosk oder ein anderes Lädeli. Da habe ich keine Chance», sagt Jonic.

Der Kiosk in Kölliken musste zwischenzeitlich einer Wartehalle weichen. Nun ist laut Lea Meyer, Mediensprecherin der SBB, der Bau eines neuen Kiosks geplant: «Wann das geschehen wird, ist noch offen.» Ebenso unklar sei zurzeit, wer den neuen Kiosk betreiben wird.

Vilijana Jonic ist unzufrieden. «Mit dem neuen Denner um die Ecke ist Kölliken überhaupt nicht mehr attraktiv», sagt sie. Am liebsten würde sie einen Kiosk im Bahnhofgebäude in Rupperswil eröffnen. Doch da in dem Gebäude bereits ein Gewerbe eingemietet sei, müsste ein separater Eingang für den Kiosk gebaut werden. «Die SBB haben mir zugesichert, diese Möglichkeit zu prüfen. Das war vor acht Monaten ...».

Laut Lea Meyer klären die SBB momentan, inwiefern und wann das Gebäude saniert werden könne. «Ideal wäre, wenn die SBB den Kiosk so bauen können, dass der Eingang auf der Strassenseite liegt. Somit wäre er auch für Passanten und Busfahrer besser sichtbar», so Lea Meyer. Sollte der Kiosk realisiert werden, sei Vilijana Jonic als Mieterin vorgesehen.

Als Vilijana Jonic im Januar letzten Jahres erfuhr, dass der Kiosk in Kölliken abgerissen wird, gründete die junge Mutter zusammen mit ihrem Vater ein Reinigungsunternehmen. «Sonst wäre ich arbeitslos und müsste auf das Sozialamt, doch das will ich nicht», sagt sie. Inzwischen hätten sie einige regelmässige Putzaufträge und würden ab und zu für Umzugsreinigungen engagiert.

Doch in der Reinigungsbranche Fuss zu fassen, sei nicht einfach. «Die Konkurrenz ist gross.» Trotz allem, aufgeben will Vilijana Jonic nicht. Sie hofft nach wie vor, dass sie bald in Rupperswil einen Kiosk eröffnen und dort wieder ihre Süssigkeiten und Tabakwaren verkaufen kann. (Mab)

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