Gerade hat Büsi Luna ihr einziges Junges an einen neuen Ort verlegt. Die Wurfbox mag sie nicht mehr, jetzt ist das Nachttischchen mit den warmen Wollsocken neues Nestchen. Katzendame Fleur hingegen bewohnt ihre Wurfbox noch, ihre drei Jungen unternehmen erste Entdeckungsreisen zu Fressnapf und Katzenklo. Die jungen Büsis sind rund drei Wochen alt – und haben einen Stammbaum. Denn sie sind keine normalen Stubentiger, sondern sogenannte Ragdoll-Katzen.

Vor rund zehn Jahren hat Susy Aeschlimannn begonnen, die Katzen zu züchten – damit ist sie eine unter wenigen in der Schweiz. Sie meldete sich auf ein Inserat, in dem Kater Gilbert zum Verkauf ausgeschrieben war und holte ihn auf den Schweikhof in Walde, bald darauf kam eine Kätzin aus Israel dazu. Sie wurde trächtig und brachte sieben Kitten zur Welt. «Dass beim ersten Wurf gleich sieben Junge zur Welt kamen und alle überlebt haben, war wunderschön», sagt Susy Aeschlimann. Nie mehr habe sie seitdem einen solch grossen Wurf gehabt. Nach rund sechs Wochen werden für die jungen Büsis nach strengen Zuchtrichtlinien Stammbaum-Papiere ausgestellt.

Beliebte «Puppenkatzen»

Die weissen, langhaarigen Katzen mit den blauen Augen haben ihren Namen aufgrund einer speziellen Eigenschaft erhalten: Wenn sie auf den Arm genommen werden, entspannt sich ihre Muskulatur so sehr, dass der Eindruck einer Stoffpuppe entsteht. «Manchmal kann ich unseren Kater wie einen Schal um den Hals nehmen», sagt Susy Aeschlimann. «Rag Doll» kommt aus dem Englischen und heisst übersetzt Stoffpuppe. «Sie können auch wie Puppen einfach dasitzen und sich nicht bewegen, stundenlang», sagt Alfred Aeschlimann, Susy Aeschlimanns Mann. Die Katzen seien freundlich, aufgestellt und verschmust und deswegen auch bei Familien beliebt. «Das geschminkte Erscheinungsbild hat ebenfalls dazu beigetragen, dass sie Puppenkatzen genannt werden.»

Raus dürfen Aeschlimanns Ragdoll-Katzen aber nicht. Die Gefahr, dass sie irgendwo Krankheiten auflesen oder sich verletzen, sei zu gross. «Natürlich kann jeder Besitzer selbst entscheiden, ob seine Katze raus darf oder nicht. Bei Zuchtkatzen ist das Risiko aber zu gross», sagt Susy Aeschlimann. «Zudem sind die Ragdoll-Katzen richtige Stubenhöcker.»

Eigentlich hätte Susy Aeschlimann momentan sechs Junge, die durch ihr Haus tapsen. Doch zwei sind gestorben. «Ich habe gemerkt, dass zwei Kätzchen nicht richtig gewachsen sind. Ich hatte schlaflose Nächte deswegen. Aber ich konnte nichts mehr tun», sagt sie.

Vier Kitten sind aber putzmunter. Erklärt sie der Tierarzt für gesund, kann sie Susy Aeschlimann für je rund 1200 Franken verkaufen. Meist seien die Büsis bereits reserviert. «Ich könnte viel Geld machen mit der Zucht. Aber das will ich nicht», sagt sie. «Ich mache es nicht wegen des Geldes, sondern weil ich gerne Tiere habe.» So gibt sie den Katzendamen auch die Pille, damit sie nicht gleich wieder trächtig werden. Und sie schaut auch immer genau, wer die neuen Besitzer sind, wo sie leben, was sie machen. «Dann fällt es mir leichter, die Kitten abzugeben», sagt sie. Noch bleibt der jüngste Nachwuchs einige Wochen auf dem Schweikhof.