76 aktive Samaritervereine bestehen im Aargau, davon 21 im Westteil des Kantons. In Schöftland fand am Samstag die kantonale Delegiertenversammlung statt, an welcher der Kantonalpräsident Herbert Konrad 162 Anwesende begrüssen konnte.

Wie viele Vereine kämpfen auch die Samariter mit dem Mitgliederschwund. So haben sich letztes Jahr im Aargau sechs Vereine aufgelöst, darunter Reinach, Entfelden und Egliswil. Auch Renata Siegrist-Bachmann, Grossratspräsidentin und Gast an der Delegiertenversammlung, konstatierte: «Die Freiwilligenarbeit passt zur Schweiz, aber sie ist rückläufig. Würde die ehrenamtliche Arbeit einmal in Franken und Rappen ausgewiesen, hätte sie mehr Wertschätzung.» Trotz rückläufiger Mitgliederbeiträge konnte der Kantonalverband der aargauischen Samaritervereine dank verschiedener Sparmassnahmen in der Rechnung 2018 einen unerwarteten Gewinn von 12 000 Franken ausweisen.

Erstversorgung bei Events

Bernadette Koch, Präsidentin des Samaritervereins Schöftland, der die Delegiertenversammlung durchführte, berichtete, dass ihr Verein gut dran sei. «Wir haben rund 50 Mitglieder, könnten aber trotzdem noch mehr brauchen, weil wir viel Sanitätsdienst leisten.» In dieser Tätigkeit sind die Samariter den meisten Leuten bekannt, denn sie stehen bereit, um an grossen Festen, Sportanlässen oder kulturellen Veranstaltungen erste Hilfe zu leisten. «Die Samariter entscheiden selbstständig, ob sie beispielsweise eine Wundversorgung durchführen können, ob der Patient zum Arzt geschickt werden soll oder gleich eine Ambulanz gerufen werden muss», erklärte Rita H. Steiger, Kommunikationsverantwortliche im Kantonalverband. Um dieses Wissen zu erarbeiten, führen die Samaritervereine regelmässige Übungen durch.

Die Samariter helfen jedoch nicht nur anderen, sondern lernen auch viel für sich selbst, zum Beispiel die Anwendung von Hausmitteln. «Für mich ist es zudem wichtig, dass ich weiss, wie ich reagieren soll, wenn einmal etwas passiert, und wie ich helfen kann», erklärte Bernadette Koch. In ihrem Schöftler Samariterverein können dies bereits Kinder lernen. In der sogenannten Help-Gruppe üben Schülerinnen und Schüler ab acht Jahren, erste Hilfe zu leisten. Einmal pro Jahr findet in Schöftland auch ein Kindersamariterabend statt, an welchem alle Kinder ab der ersten Klasse teilnehmen dürfen. «In unserem Verein haben wir es gut miteinander, wir unternehmen viel zusammen und stellen etwas auf die Beine, Jung und Alt gemeinsam», beschrieb Bernadette Koch die Vorzüge eines Samaritervereins.

Dank für langjährige Treue

Zwar haben die Samariter – wie die meisten Vereine und Freiwilligen-Organisationen – Mühe, neue Mitglieder zu finden, andererseits können sie auf viele sehr treue Vereinsangehörige zählen. An der Delegiertenversammlung erhielten 23 Aargauer Samariterinnen und Samariter die Henry-Dunant-Medaille für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit.