Theater

«S chlöschterliche Windelkind»: Wenn Mönche zu den Pampers greifen

Das Theater Tandem führt im Saalbau Reinach « S chlöschterliche Windelkind» auf.

Das Theater Tandem führt im Saalbau Reinach « S chlöschterliche Windelkind» auf.

Die Theatergruppe Tandem spielt im Saalbau eine höchst amüsante klerikale Komödie mit einem Baby im Männerkloster.

«S chlöschterliche Windelkind» – so heisst das Stück von Jochen Wiltschko, das die Reinacher Theatergruppe Tandem dieses Jahr im Saalbau aufführt. Premiere ist am Freitag. Lacher sind garantiert, wenn sich im Kloster unerwartete Gäste einfinden und der klösterlichen Ruhe den Garaus machen.

Die Konstellation hats in sich: Kurz vor Weihnachten liegt in der Wiege der Krippe statt der Puppe ein richtiges Kind. Findelkind, Windelkind. Die Herren sind gefordert. Das sind Prior Athanasius (Beat Rast), der Chef, dann die drei Brüder Linus (Rolf Rubin), der Vergessliche, Justin (Adrian Killer), der Pragmatiker, und Karl (Fredy Gubler), der nichts lieber hätte, als dass der junge Mann (Daniel Bröchler), der auch noch im Kloster auftaucht, sich ihnen als Bruder anschlösse.
Kommt dazu, dass die ökonomische Grundlage des Klosters, das Schnapsbrennen, gefährdet ist, da immer wieder Schnaps wegkommt. Wer ist der Dieb? Steht am Ende einer der Geistlichen auf hochgeistige Flüssigkeiten? Oder gar die rabiate Haushälterin Rosa Schramm (Monica Sem)?

Baby im Männerkloster

Das Baby bringt die Welt der Männer gehörig durcheinander. Wie wickelt man ein Kind? «Wir haben eine Tochter!», ruft Bruder Linus aus, der es trotz Gestank endlich schafft, dem Baby frische Windeln anzuziehen: «Es ist auch unser Baby, obwohl wir es nicht selber fabriziert haben.» Der Fragen sind zahlreiche: Wer ist die Mutter des Kindes? Wer der Vater? «Fehltritt» eines Mitbruders? Haben die beiden obdachlosen Frauen (Cornelia Dillier, Rita Käppeli), die im Kloster eine Unterkunft suchen, etwas damit zu tun? Und dann steht auch noch das Krippenspiel an. Wer spielt die Maria?

Die Reinacher Theaterleute probten am Wochenende erstmals im Saalbau. Den «neuen» Raum müssen sich die Spielenden erst «erobern». Rolf Hunziker, bisher meist mit einer komischen Hauptrolle betraut, führt erstmals Regie. «Bringt eine andere Tonlage in die Stimme», sagt er und weist darauf hin, dass auch mit Bewegung und Gestik Spannung erzeugt werden kann. Er sagts nicht nur, sondern animiert zum Spielen, indem er selber eine Variante zeigt.

Vier Aufführungen

Eins darf verraten werden: Das Stück unterhält trefflich und hält die Spannung bis zum Ende hoch. Allein die Brüder in ihren Kutten sorgen, ohne viel zu tun, für Komik. Nicht nur die bewährten komischen Talente überzeugen; auch der Novize gibt alles. «Es muss den Spielern wohl sein», sagt Rolf Hunziker. Gespielt wird erstmals ohne Souffleuse. Das verlangt im Ernstfall Improvisationstalent, bei der Probe sind Kostproben zu hören. Ja, es wird auch da viel gelacht.

Die vier Aufführungen finden am 8., 9., 15. und 16. September jeweils um 20 Uhr im Saalbau Reinach statt. Tickets können dienstags bis samstags bei «Peters Gwürzsack», Aarauerstrasse 1, oder unter 062 772 06 06 bezogen werden.

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