«Da ist ein Frosch!», ruft die Erstklässlerin Julia Kasper, die mit ihrer Familie da ist. Und schon beginnt das Suchen. Nicht etwa im Teich, nein, beim Aufstieg zur Besichtigung des neuen Bachlaufs bewegt sich etwas im Gras. Niklaus Huber, der Amphibienfachmann aus Schöftland, behändigt routiniert das Tier und legt es für seinen Vortrag ins Glasgefäss.

Ruedertal als Glögglifroschtal

Rund 30 Personen wollen wissen, was an der Kröschhofstrasse gegangen ist. Ob der Kröschhof bald zum Fröschhof wird? Das Wasser aus dem Teich habe früher in zwei Häusern Webstühle angetrieben, weiss Hansruedi Würgler von der Naturschutzkommission, und später habe man gar Strom produziert für die Mühle.

Da staunen viele, denn inzwischen war der Weiher verwachsen und beinahe verlandet: kein Amphibienstandort mehr. Das ist nun anders. Mit dem Biotop Wolfsgrueb in der Lichtung 200 Meter nordwestlich des neuen Biotops fand die Geburtshelferkröte («Glögglifrosch») einen Platz. Das Biotop Kröschhof ermöglicht die Vernetzung. «Der Kanton möchte das Ruedertal als Standort des Glögglifroschs aufwerten, mit Plätzen auch auf der anderen Talseite», sagt Würgler. Der Kanton übernimmt die Hälfte der Anlagekosten von rund 10 000 Franken; 2000 Franken steuert Pro Natura bei.

Oberhalb der beiden Kröschhof-Weiher befindet sich ein Wasserreservoir. Jährlich muss es – es fasst 550 Kubikmeter Wasser – entleert werden. Die Idee, das über die Weiher zu machen, ist mit der Idee des Biotops nicht kompatibel. Was tun? Man hat den (oben eingedolten) Bach geöffnet und ihm ein neues Bachbett gegeben. «Das war nicht ganz einfach», sagt Stephan Hunziker vom Bauamt, der auf dem Gemeindegebiet 13 Weiher betreut.

Zweimal sei der Hang ins Rutschen geraten, vor allem bei starken Regenfällen. Der Bach wurde mit Steinen und Ästen (Faschinen) befestigt; Steine verstärken das Bachbett, und Weiden stabilisieren das Bachufer. Wartungsfrei ist weder der neue Bachlauf, noch das Biotop darunter.

Gesangsproben

Niklaus Huber erklärt den explosionsartigen Drang von Grasfrosch und Erdkröte zur Vermehrung im Frühjahr, derweil spätere Arten sich mehr Zeit liessen: die Gelbbauchunke, die Kreuzkröte, die Geburtshelferkröte, der Wasserfrosch. Mit diesen Arten sei hier zu rechnen, weniger mit dem Laubfrosch, der im Reusstal angesiedelt wurde. Huber überrascht mit Gesangsproben der verschiedenen Tiere aus dem Smartphone. Im Bach – Frischwasser – könnte es auch dem Salamander wohl sein.

Huber weist auch auf die Feinde der Amphibien hin, den Graureiher, der neben Amphibien auch Mäuse und Fische auf dem Speisezettel hat, dazu Bergmolch, Gelbrandkäfer, Blattbauchlibelle, die Eier oder Kaulquappen frässen. Von wegen Essen: Gemeinderat und Naturschutzkommission luden zum Abschluss des Abends zu Grillwürsten samt Getränken und gemütlichem Beisammensein.