Teufenthal
Rote Ampel für die Schulführung, aber Grün für Unterricht und Schulklima

Die externe Durchleuchtung der Primarschule Teufenthal zeigt, die Defizite liegen nicht im Unterricht in den Schulzimmern, sondern bei der Schulführung. Bei der Schulleitung kommt es zu einem Neuanfang.

Peter Siegrist
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Primarschulhaus Teufenthal

Primarschulhaus Teufenthal

Peter Siegrist

Am Mittwochabend hat die Primarschulpflege in Teufenthal die Eltern an einer öffentlichen Info-Veranstaltung über die Ergebnisse der externen Schulevaluation informiert. Das Interesse war gross, steckt doch die Schule gegenwärtig in einer Krise. Demissionen der drei Schulpflegemitglieder und die Kündigung des Schulleiters kurz vor Beginn des neuen Schuljahres.

Adrian Bucher, der Teamleiter des Evaluationsteams der Fachhochschule Nordwestschweiz hielt denn gleich zu Beginn fest: «Den Kindern ist es wohl an der Schule und die Eltern sind mehrheitlich zufrieden». Dies sei die positive Botschaft. Nachdem Peter Steiner, der Leiter der Fachstelle Externe Schulevaluation Aargau, Grundlagen und Ablauf des Verfahrens erklärt hatte, stellte Bucher die Ergebnisse zu den Grundanforderungen» vor.

Die Schule Teufenthal hat ein besonderes pädagogisches Profil, da sie sowohl integrativ unterrichtet und auch altersdurchmischte Klassen führt. Laut Evaluationsbericht erfüllt die Schule sämtliche pädagogischen Anforderungen wie Erreichen der Lernziele, Schul- und Unterrichtsklima, Elternkontakte. «Hier stehen die Ampeln auf Grün», sagte Bucher. Grün, Gelb und Rot sind bei den Evaluationen die Bewertungen. Auch das Qualitätsmanagement und das Einhalten der Regeln wurde von den externen Fachleuten mit Grün bedacht. Defizite und damit die Beurteilung «Ampel Gelb» stellten die Evaluatoren bei der Zufriedenheit der Lehrpersonen, dem Betriebsklima fest. Das altersdurchmischte Lehren und Lernen fordere von den Lehrerinnen höchsten Einsatz, sagte Bucher. Hier zeigte sich, dass die Lastenverteilung im Kollegium unterschiedlich sei.

Auf Rot stellten die Fachleute die Ampel bei der Schulführung. Personelle Veränderungen und Wechsel in der Schulpflege hätten die letzte Zeit geprägt. Führungsansprüche von Schulleiter und von der Schulpflege hätten zu Irritationen geführt. «Und letztlich zur Vermischung der operativen und strategischen Ebene. Hier sei die Situation eskaliert: Schwindendes Vertrauen, steigende Kontrolle, Interventionen und Sanktionen.

Die Schule steht jedoch nicht allein da. Stefan Schnyder, Leiter der Sektion Schulaufsicht, unterstützt die Schule im folgenden Prozess bis zur Nachevaluation in zwei Jahren. «Die Defizite liegen jetzt offen», sagte Schnyder, «jetzt erarbeiten wir Massnahmen zur Verbesserung.» Allerdings sei vieles erst im Herbst möglich, wenn sowohl die Schulleitung als auch die Schulpflege wieder besetzt seien.

Was die Besetzung der vakanten Stellen betreffe, erklärte Vizepräsidentin Caroline Gloor, da seien gute Bewerbungen eingegangen. «Wir rechnen damit, alle Stellen fristgerecht wieder besetzen zu können.»