Suhrental
Richtplan: Verband will mehr Raum zum Arbeiten

Der Regionalverband Suhrental fordert in seiner Stellungnahme zur Richtplananpassung vor allem eines: mehr Arbeitsplatzzonen.

Christine Fürst
Merken
Drucken
Teilen
Blick auf das Suhrental vom «Blick zur Heimat» in Schöftland.

Blick auf das Suhrental vom «Blick zur Heimat» in Schöftland.

ba

Der Kanton will mit einer Anpassung des Richtplans das Siedlungsgebiet definieren, und zwar so, dass die Siedlung gegen innen entwickelt und verdichtet wird. Dazu nahm auch der Regionalverband Suhrental Stellung.

Er begrüsst, dass im Kanton Aargau 70 Hektaren für die Neuansiedlung von Betrieben sowie für die Erweiterung von kommunalen Arbeitszonen zur Verfügung stehen sollen.

Im Gegenzug zum Wynental, in welchem vier Gemeinden Bauzonen auszonen müssen, ist das Suhrental davon nicht betroffen. Im Suhrental sei in der Vergangenheit mit der Einzonung von Bauland generell haushälterisch umgegangen worden und deshalb gebe es keine massiv zu grossen Bauzonen, sagt Rolf Buchser, Präsident des Regionalverbandes.

«Durch die Revision werden diejenigen Gemeinden, welche mit der Einzonung von Bauland bisher haushälterisch umgegangen sind, gegenüber denjenigen Gemeinden mit massiv zu grossen Bauzonen in ihrer Entwicklung benachteiligt», sagt er.

Der Regionalverband beantragt, die erwartete dynamische Bevölkerungsentwicklung im Suhrental, vor allem in Hirschthal, Schöftland, Kirchleerau und Moosleerau in der Bevölkerungsprognose zu berücksichtigen. Die Grösse des Siedlungsgebiets basiert auf einer Annahme einer Gesamtbevölkerung von 816 000 Personen bis 2040 und einer Arbeitsplatzentwicklung, die parallel dazu verläuft.

Man befürchtet, dass mit der abschliessenden Festlegung des Siedlungsgebietes der Rahmen für die zukünftige Entwicklung des Tals zu eng gestrickt ist. «Da ausserdem keine Ausweichszenarien für den Fall vorgesehen sind, dass die Bevölkerungsentwicklung die Bauzonenkapazitäten übersteigt, wäre die Entwicklung in der Region auf Jahre hinaus bis zur nächsten Richtplanrevision blockiert», schreibt der Verband.

Wohnraum für Schöftland

Der Regionalverband beantragt, das Siedlungsgebiet des regionalen Zentrums Schöftland für die Wohnnutzung in der Richtplankarte zu erweitern. 2013 betrugen die Bauzonenreserven von Schöftland 11,8 Hektaren, wegen des Wald- oder Gewässerabstandes seien diese teilweise nicht überbaubar.

Tatsächlich stehen laut Verband nur noch neun Hektaren zur Verfügung. Im Verhältnis zu der von der Gemeinde erwarteten Entwicklung würden sich kurz- bis mittelfristig Defizite ergeben. Mit der Überbauung der noch übrigen Bauzonen und der Verdichtung nach innen würde nicht genug Wohnraum zur Verfügung gestellt werden können.

«Aus Sicht der Region ist es unverständlich, dass dem regionalen Zentrum Schöftland keine Entwicklungsmöglichkeiten über die bestehenden Bauzonen hinaus zugestanden werden», schreibt der Verband.

Das Suhrental verfüge zudem nur noch über geringe Reserven an Arbeitszonen, von denen Teile bereits überbaut oder nicht überbaut werden können. Deshalb beantragt der Regionalverband zwei regionale Arbeitsplatzzonen in den Gemeinden Hirschthal und Schöftland als Siedlungsgebiet auszuweisen und festzusetzen.

In Hirschthal gäbe es gar keine Reserven mehr, in Schöftland noch 1,5 Hektaren. Dem stehe eine sehr dynamische jüngere Entwicklung mit einer Zunahme der Betriebe von über 30 Prozent zwischen 2008 und 2011 gegenüber.

Abklärungen in den Verbandsgemeinden hätten einen Bedarf von insgesamt rund fünf Hektaren Gewerbeland ergeben. «Wir sind davon überzeugt, dass dieser Antrag, einerseits wegen des kantonalen Raumkonzepts Aargau mit seinen ländlichen Entwicklungsachsen im Bereich Hirschthal und Schöftland, andererseits aufgrund der zuvor aufgeführten Fakten, ausreichend begründet ist und somit auch in Aarau Gehör finden wird», sagt Buchser.

Im November wird die definitive Stellungnahme der Regierung erwartet, im Frühling soll der Grosse Rat über die Anpassung entscheiden.