Menziken
Restaurant «Engelstübli» schliesst, der Partyservice bleibt aber bestehen

Das Engelstübli wird wieder zur Stube: Heute schliesst ein heimeliges Restaurant in Menziken seine Tore. Der Partyservice bleibt aber bestehen.

Peter Siegrist
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Barbara und Walter Kuhn hatten ihr Restaurant zu Hause im ehemaligen Wohnzimmer. psi

Barbara und Walter Kuhn hatten ihr Restaurant zu Hause im ehemaligen Wohnzimmer. psi

Heute schliesst inMenziken ein heimeliges Restaurant. Das Ehepaar Kuhn gibt das Speiserestaurant Engelstübli auf.

«Vor sieben Jahren haben wir in unserem Haus das Wohnzimmer geräumt und ein Restaurant eingerichtet», erzählt Walter Kuhn. «Jetzt kehren wir beide in die gute Stube zurück», ergänzt Barbara Kuhn.

Es sind nicht wirtschaftliche Gründe, die Kuhns zu diesem Schritt bewogen haben. Von Mittwoch bis Samstag – an vier Abenden pro Woche war das «Engelstübli» offen – kamen viele Gäste. «Wir waren häufig ausgebucht», sagt Kuhn, denn mehr als 20 Personen haben nicht Platz.

Das Wirteehepaar führt seit 1988 einen Partyservice. Von Menziken aus schwärmen sie mit ihren Lieferwagen in die ganze Deutschschweiz aus und bringen ihr kulinarisches Angebot zu den Menschen.

Ob 40, 150 oder gar 600 Personen, als Caterer verfügt das Paar über die nötige Infrastruktur und kann auch genügend Servicepersonal aufbieten. Ob Geburtstag, Hochzeit oder Firmenanlass, Kuhns bringen alles Nötige mit.

Einen Traum erfüllt und gelebt

Die Belastung, beides parallel zu führen sei schlicht zu gross geworden, sagt er, «wir haben an Wochenenden öfters durchgearbeitet, das geht an die Substanz.» So ist der Entscheid zu reduzieren letztlich für das Ehepaar ein Vernunftsentscheid aus Rücksicht auf ihre Gesundheit.

Mit dem kleinen Restaurant hatten sich beide Vollblutgastronomen einen Traum erfüllt. «Zu Hause für Gäste kochen, sie zu verwöhnen», das sei das Ziel gewesen. Walter Kuhn hat es genossen, direkt hinter der Gaststube zu kochen und mit den Gästen Kontakt zu haben. Barbara Kuhn war die gute Atmosphäre wichtig. «Viele Gäste sagten denn auch, bei euch ist es heimelig.»

«Ein Abschied mit lachendem und weinendem Auge, tönt zwar platt», meint Kuhn, doch es treffe zu. Abgesehen davon kam es wiederholt vor, dass wegen Catering-Grossanlässen das «Engelstübli» geschlossen blieb. Eines war immer so: Im «Engelstübli» kocht der Chef und die Chefin sorgt sich um das Wohl der Gäste. Das letzte Menü heute Abend sind Emmentaler Chilter-Schnitten, ein Entrecôte mit Kräuterbutterrahm gratiniert, nachher bleibt der Herd kalt.

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